"Auf Augenhöhe" heißt das Thema der Woche des Sehens 2015 vom 15.-18. Oktober. Augenärzte, Selbsthilfeorganisationen und internationale Hilfswerke nehmen die Aktionswoche nicht nur zum Anlass, um auf die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland sowie in Entwicklungsländern aufmerksam zu machen. In diesem Jahr weisen sie auch darauf hin, wie wichtig eine Begegnung auf Augenhöhe ist. Sie rufen daher alle dazu auf, die Ziele der Kampagne - Blindheit zu verstehen und Blindheit zu verhüten - zu ihren eigenen zu machen. Schirmherrin der Kampagne ist die Fernsehjournalistin Gundula Gause.

 

augenwoche

Auf Augenhöhe - gemeinsam für gutes Sehen

Augenärzte, ihre Patienten und nicht selten auch deren Angehörigen sind Partner – oft über viele Jahre hinweg. Denn nicht selten sind Augenkrankheiten, die das Sehvermögen bedrohen, chronische Krankheiten, die regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig machen sowie immer wieder eine Anpassung der Therapie an die aktuelle Situation.

Beispielsweise gehören diabetische Netzhauterkrankungen zu den Volkskrankheiten in der Augenheilkunde. Denn Schäden an der Netzhaut des Auges zählen zu den gravierenden Folgen der Zuckerkrankheit. Etwa 40 % der Typ I Diabetiker und 25 % der Typ II Diabetiker entwickeln eine fortgeschrittene diabetische Retinopathie. Jahr um Jahr erblinden etwa 2000 Menschen in Deutschland deshalb.

Doch dazu muss es nicht kommen. Denn wenn eine diabetische Netzhauterkrankung rechtzeitig erkannt wird, bestehen gute Aussichten, sie erfolgreich zu behandeln. Deshalb sollte jeder Diabetiker – auch wenn noch keine Schäden an den Augen bekannt sind – einmal pro Jahr augenärztlich untersucht werden. Der Augenarzt erkennt Schäden an der Netzhaut bereits bevor der Betroffene eine Verschlechterung des Sehens wahrnimmt. Wenn erste Veränderungen erkennbar sind, erfolgen die Kontrolluntersuchungen häufiger. In bestimmten Stadien lässt sich das Fortschreiten der Krankheit mit einer Laserbehandlung stoppen. Ist auch die Netzhautmitte, die Makula, von der Krankheit betroffen, kann die Gabe von Medikamenten ins Augeninnere das Sehvermögen erhalten.

Diabetische Netzhauterkrankungen sind nur ein Beispiel, an dem sich zeigen lässt, wie die langfristige Zusammenarbeit von Augenarzt und Patient das Sehvermögen über Jahre erhält. Ebenso stellt der Graue Star als häufigste Erblindungsursache weltweit immer noch eine Herausforderung dar. Obwohl in Europa auf Grund der fortgeschrittenen, komplikationsarmen Operationstechniken kaum noch jemand daran erblindet, trifft dies in Entwicklungsländern wegen der fehlenden Operationskapazität für etwa 17 Millionen Menschen zu.

Auch das Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr beteiligt sich

Weitere detaillierte Informationen erhalten Interessierte am 14. Oktober 2015 ab 17 Uhr bei zwei Vorträgen im Veranstaltungssaal des Diakonissenkrankenhauses zu den Fragestellungen: 1. Zuckerbedingte Netzhauterkrankung - was können wir für Sie tun? Und 2. "Grauer Star": Wenn die Brille nicht mehr reicht  ...

Ort: Veranstaltungssaal im Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr, Diakonissenstraße 28, 76199 Karlsruhe.
Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.