Reanimationstraining am Diakonissenkrankenhaus

Mitte April 2015 brach Herr Wolfgang D. während eines Golfspiels ganz plötzlich zusammen. Er hatte einen Herzinfarkt, Kammerflimmern und einen Herz-Kreislaufstillstand. Er ist 45 Jahre alt, ein gut trainierter Sportler, gesund und Nichtraucher. Eigentlich gehört er damit gar nicht zu den gefährdeten Personen. Und dennoch ist es passiert.

Zu seinem großen Glück hat sich eine ebenfalls Golf spielende Frau ein Herz gefasst, den Notarzt gerufen und dann sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen und einer Herzdruckmassage begonnen. Damit hat sie sein Leben gerettet! Durch die Herzdruckmassage wurde der Blutkreislauf in seinem Körper aufrechterhalten und das Gehirn so mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Nach etwa 10 Minuten war der Notarzt vor Ort und konnte Herrn D. mit einem Defibrillator wiederbeleben. Mit dem Notarztwagen ging es dann ins Herzzentrum. Dort wurde er in ein künstliches Koma versetzt und der Kreislauf weiter stabilisiert. Nach drei Wochen Krankenhaus folgten nochmals drei Wochen Rehabilitation. Dem perfekten Zusammenspiel zweier Faktoren ist es zu verdanken, dass Herr D. heute wieder Golf spielen kann: Dem schnellen Einsatz des Notarztes und vor allem dem beherzten Eingreifen der Golfspielerin.

Beide hatten als Mitarbeiter des Diakonissenkrankenhauses an einer hauseigenen Reanimationsschulung teilgenommen. Im Diakonissenkrankenhaus werden regelmäßig Notärzte sowie pflegerische und ärztliche Mitarbeiter zu diesem Thema geschult. Ohne Herzdruckmassage hätte Herr D. kaum eine Chance gehabt. Und wenn er überlebt hätte, dann nur mit erheblichen Schädigungen des Gehirns. Heute geht es ihm wieder vollkommen gut.

Reanimation web

Die Rettung von Herrn D. zeigt, wie wichtig Herz-Kreislauf-Wiederbelebung (Reanimation) ist. Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Rettungsmedizin Dr. Thomas Arldt, Ärztlicher Direktor am Diakonissenkrankenhaus, erklärt: „Wir haben in unserem Haus ein sogenanntes Reanimationsteam auf der Intensivstation, das bei Notfällen im Haus gerufen wird. Ein gemischtes Team von 3-4 Mitarbeitern, Ärzte und Schwestern spurten mit dem Reanimationswagen los, um vor Ort auf den Stationen akut bedrohte Patienten zu versorgen. Im Jahr sind das etwa 50-60 Einsätze, davon sind ca. 15 tatsächliche Reanimationen. Zusätzlich werden über den Notarztwagenstützpunkt am Diakonissenkrankenhaus durch unsere Notärzte über 2.500 Einsätze gefahren. Dabei muss in 6,5% der Einsatzfahrten eine Herz-Kreislauf-Wiederbelebung durchgeführt werden. Neben Geschwindigkeit sind vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Disziplinen und ein reibungsloser Ablauf des Reanimationsablaufs notwendig. Das muss realitätsnah immer wieder geübt werden. Darum bieten wir unseren Mitarbeitenden und Auszubildenden regelmäßig Schulungen an einer Reanimationspuppe an, die wie ein Flugsimulator Krankheitsbilder vorgibt. Mit dieser Ausbildung können unsere Mitarbeitenden nicht nur in der Klinik sondern auch in ihrem privaten Umfeld Lebensretter werden. Sie sollen in Notfällen sicher und adäquat handeln können.“ 

Doch die häufigen Schulungen an der Reanimationspuppe hinterlassen Spuren und machen sie mit der Zeit irreparabel, so dass alle 10 Jahre eine neue angeschafft werden muss. Arldt: „Im Moment haben wir eine Spendenaktion laufen, um eine neue Puppe kaufen zu können, da derartige Sonderkosten in Höhe von 12.000 über die Kassen leider nicht mehr refinanzierbar sind. Aber ich bin der Überzeugung, dass diese neue Reanimationspuppe jede Spende wert ist – weil sie indirekt letztlich ein Menschenleben retten kann“.


Spendenkonto: Ev. Diakonissenanstalt KA
IBAN: DE14520604100200506125
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort:

Reanimationspuppe