Und wieder kann das Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr einen erfolgreich abgeschlossenen Bauabschnitt präsentieren: Am 9. Mai 2016 wurden die neuen Räumlichkeiten der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
Die Kapazität der neuen Abteilung versorgt in Zukunft auf höchstem hygienischem Standard und unter deutlich verbesserten Arbeitsbedingungen fast 19.000 Operationen pro Jahr mit sterilem Instrumentarium und erstreckt sich über eine Nutzfläche von 510 m².

Eröffnet wurde der Festakt durch Oberin Ulrike Rau, Theologischer Vorstand mit einer Geistlichen Besinnung. Dr. Karlheinz Jung, Kaufmännischer Vorstand begrüßte die Ehrengäste und dankte allen an Planung und Umsetzung beteiligten Mitarbeitenden und Firmen. Architekt Dipl.-Ing. Roger Strauß erläuterte u.a. die Entstehungsgeschichte des Baus und Ministerialrat Markus Schmidt vom Sozialministerium brachte in seinem Grußwort die finanzielle Sicht der Dinge und auch die anstehenden Veränderungen im Gesundheitswesen zur Sprache. Führungen durch die Unreine Seite der ZSVA rundeten die Feierlichkeiten ab.

Zentralsterilisation

Baumaßnahmen

„Mit diesen Maßnahmen haben wir einmal mehr in Prozessoptimierung und in eine sichere Zukunft investiert“ freut sich Dr. Karlheinz Jung, Kaufmännischer Vorstand der Ev. Diakonissenanstalt, der sich dafür stark gemacht hatte, diese Investition zu forcieren. Notwendig wurde diese Maßnahme durch stetig steigende OP-Zahlen, die ein Mehr an steril gepackten Einheiten verlangten. In einer Begehung des Regierungspräsidium 2011 wurde die Empfehlung zum Neubau der Zentralsterilisation ausgesprochen, da für eine Erweiterung der Platz zu beengt und keine Fläche vorhanden war. Nach intensiver Standortsuche fiel die Entscheidung für einen Neubau, bei dem das damals bereits teilweise leer stehende Gebäude der alten Frauenklinik miteinbezogen werden konnte. Der alte Bau wurde zu 2/3 abgerissen und das übrige Drittel saniert. Der entsprechende Förder- und Bauantrag wurde im August 2013 beim Regierungspräsidium und Bauordnungsamt eingereicht. Im Januar 2015 erfolgte der symbolische Spatenstich, im Dezember 2015 ging die Anlage erstmals in Betrieb.

Die Anlage

Seit Beginn der Inbetriebnahme hat die Anlage ein Leistungsvolumen von ca. 50.000 Sterilguteinheiten pro Jahr. Dies entspricht pro Tag in etwa 90 normalen Haushaltsspülmaschinen mit OP-Besteck. Ein Reinigungs-, Verpackungs- und Sterilisationszyklus dauert insgesamt rund drei Stunden. 

Die Waschstraße der neuen ZSVA verfügt über 5 Reinigungs- und Desinfektionsgeräte für Sterilgut, das in Sieben mit der ungefähren Größe eines großen Schuhkartons gereinigt wird. Darüber hinaus gibt es eine Wagenwaschanlage für Sterilgutcontainer und Transportwagen.
Nach der Reinigung wird das Instrumentarium geprüft, montiert und in Sterilisationsvlies (besondere Textilfaserstoffe) oder Alubehältern verpackt oder in dampfdurchlässige Folien verschweißt und anschließend in einem von drei Dampfsterilisatoren oder im Plasmasterilisator
sterilisiert.

Die modernen Großgeräte erleichtern die Arbeitsschritte deutlich, die Arbeitsbedingungen für das Personal haben sich sehr verbessert. Natürlich wirkt sich diese Qualität auch ganz besonders auf die Sicherheit der Patienten aus.
Mit der neuen Geräteausstattung und Flächenerweiterung wurde eine Produktionssteigerung in der Sterilgutaufbereitung am Diak um 60% ermöglicht, die neue ZSVA verfügt dadurch über zusätzliche Ressourcen. Dadurch kann das Diakonissenkrankenhaus auch externe Anfragen bedienen und so als Dienstleister für Sterilisation fungieren.
Im Zuge des Umbaus konnten nun auch wie geplant die verbleibenden Räumlichkeiten der Frauenklinik saniert werden. Dabei entstanden Patientenzimmer sowie neue Untersuchungs- und Arztzimmer.
Umgesetzt wurde das Bauprojekt durch das Architekturbüro Dipl.-Ing. Roger Strauß, das Ingenieurbüro Bender + Urich für technische Gebäudeausrüstung sowie Haag Ingenieure/Büro für Baustatik. Insgesamt beliefen sich die Baukosten auf 8,38 Mio Euro, bei einem Zuschuss durch das Sozialministerium in Höhe von 4.425 Mio Euro.