Mutterhaus

Unser Werk besteht seit 1851. Es wurde von einigen Frauen und Männern in Karlsruhe gegründet, die sich als Glieder der kirchlichen Erweckungsbewegung in Baden für die Überwindung sozialer und geistlicher Nöte, insbesondere für kranke Menschen, verantwortlich wussten. Bis heute leben im Mutterhaus unsere Schwestern. Ebenso liegen beim Mutterhaus verschiedene Arbeitsbereiche und Angebote im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung, des Pflegeheims im Rudolf-Walter-Haus und im Luitgard-Solms-Haus.

Diakonie in Gemeinschaft unter dem Leitwort „ Alles und in Allen Christus“ (Kolosser 3, 11)

kaiserswerther


Diakonissengemeinschaft

altUnsere Diakonissen sind Frauen mit verschiedenen Berufen, aber einer Berufung. Sie wollen die Gaben, die Gott ihnen geschenkt hat, einsetzen zum Wohl für Menschen und zum Lob Gottes.
In der Nachfolge Jesu leben die Schwestern ohne eheliche Bindung, frei für Aufgaben, die Gott zeigt. Auch wenn keine Schwestern mehr im aktiven Dienst stehen, begleiten sie das Geschehen in der Evangelischen Diakonissenanstalt, vor allem im Gebet. Zeitlos aktuell ist das biblische Wort: „ Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet.“ ( Apg. 2, 42) In Gottesdiensten und Tagzeitengebeten in der Kapelle wird dies ebenso erfahrbar wie in der seelsorgerlichen Begleitung und in praktischer Arbeit.

Kontaktadresse
Oberin Pfarrerin Ulrike Rau
Ev. Diakonissenanstalt Karlsruhe-Rüppurr
Diakonissenstr. 28, 76199 Karlsruhe
Tel.: 0721/ 889- 2211, Fax: 0721/ 889-3901
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Diakonissen - damals und heute

Am Anfang: ein Frauengebetskreis

altaltDie Geschichte unserer Schwesternschaft begann mit einem Gebetskreis. Wo der Geist Gottes lebendig ist, geschieht Berufung. Die Frauen, die sich von der Not in ihrer Umgebung herausgefordert, im Jahr 1847 zum Gebet zusammenfanden, planten die Gründung einer Ausbildungsstätte für Krankenpflegerinnen - Diakonissen - , wie es sie bereits in Straßburg und Kaiserswerth gab.
In den Statuten, die von dem inzwischen gegründeten Frauenkomitee im Jahr 1849 an das Ministerium des Inneren eingereicht wurden, ist zu lesen: - Diakonissen sind Dienerinnen Jesu Christi in Werken barmherzigen Liebe.
- Eine Diakonisse sucht in ihrem Beruf kein Verdienst, sondern eine Gelegenheit, sich dem dankbar zu erweisen, der ihre Seele erlöst hat.

Zur Ausbildung nach Straßburg gesandt

Karoline Bayer aus Karlsruhe reiste am 26. Januar 1850 nach Straßburg, um im dortigen Diakonissenhaus ihre Ausbildung zu beginnen. Ihr folgten weitere Frauen, denn bis Ende 1852 wurden die Karlsruher Diakonissen in dem von Pfarrer Franz Härter 1842 gegründeten Diakonissenhaus praktisch ausgebildet und geistlich geprägt. Pfarrer Härter erstellte eine geistliche Lebensregel für eine Diakonissen-Schwesternschaft als einer Gemeinschaft, gewirkt vom Heiligen Geist. „ Alles und in Allen Christus". Dieses Wort aus dem Brief des Paulus an die Kolosser ist bis heute Leitwort unserer Schwesternschaft.

Das Evangelium zu den Kranken bringen

altDer geistliche Grund war gelegt. Auf diesem bauten die leitenden Persönlichkeiten weiter, vor allem Vorsteher Pfarrer Rudolf Walter(1872-1903). Die Schwestern wurden nach ihrer Ausbildung im Mutterhaus ausgesandt in Privathäuser, Städtische Hospitäler, in Gemeinden, Heime für Kinder, Waisen und betagte Menschen.

Kriegszeiten und ihre Folgen

Bereits 1866 und 1870/71 wurden Diakonissen zur Lazarettpflege einberufen. Ganz besonders gravierend war dies während des Ersten Weltkrieges. Die Arbeits-belastung war derart, dass die fachliche und die geistliche Ausbildung darunter Not litten. Pfarrer Kayser(1925-1942) sagte im Rückblick auf diese Zeit: „Die innere Ausbildung trat mehr und mehr zurück". Er führt Lehrkurse mit biblisch-seelsorgerlichen Inhalten ein, getrennt von der Fachausbildung. Für die bereits ausgebildeten Schwestern wurden Bibelwochen angeboten. Er förderte die Ausbildung zur Gemeindehelferin für Jugendarbeit, Stadtmission, Jugendfürsorge. Diakonissen leiteten die „Jungfrauenvereine" in Gemeinden.

Alle missionarischen Neuansätze der Diakonie wurden in den Jahren ab 1933 durch die politischen Strukturen infrage gestellt oder zunichte gemacht. Auch der 2. Weltkrieg forderte alle Kräfte. Ein großer Teil der Diakonissen wurde zum Lazarettdienst einberufen. Andere wirkten als Einzelkämpferinnen in Gemeinden, oft ohne Ärzte. Welches Maß an Arbeit zu den Schrecken des Krieges und der durchwachten Bombennächte zu leisten war, lässt sich kaum ermessen. Gerade in dieser Zeit wurde die geistliche und seelsorgerliche Begleitung sehr vermisst. Auch die Schwesternschaft und das Werk kamen nicht ohne schuldig zu werden durch diese Zeit.

Berufung als Diakonisse – bis heute

altNach 1968 brach die Frage nach der eigenen Identität auch in den Schwesternschaften auf. In einem über Jahre währenden Prozess bewegten die Diakonissen die Frage nach der Aktualität ihrer Berufung. Bis heute gestalten die Diakonissen ihre Gemeinschaft unter dem Hausspruch: „ Alles und in Allen Christus“ Sie begleiten das Leben und Arbeiten in der Ev. Diakonissenanstalt im Gebet und gestalten die Tagzeitengebete in unserer Kapelle mit. Das Mutterhaus bietet biblisch-diakonische Angebote für junge Menschen an und sieht seinen Auftrag auch in der Begleitung von Menschen, die unsere Gäste sind.

 

Diakoniegemeinschaft

Zur Diakoniegemeinschaft gehören Frauen und Männer, unverheiratet oder verheiratet, die als Christen in den verschiedensten Bereichen der Diakonie arbeiten oder gearbeitet haben. Sie wollen ihr Leben und Handeln bewusst unter Gottes Wort und seinen Auftrag stellen. Die Diakoniegemeinschaft gehört zum Mutterhaus der Evangelischen Diakonissenanstalt Karlsruhe - Rüppurr und unterstützt die Arbeit und Ziele des Werkes mit seinen unterschiedlichen Einrichtungen. Im Alltag gehört dazu auch die begleitende Fürbitte für die Evangelische Diakonissenanstalt. Die Mitglieder der Diakoniegemeinschaft treffen sich regelmäßig zu Veranstaltungen im Mutterhaus.

Kontaktadresse
Oberin Pfarrerin Ulrike Rau
Ev. Diakonissenanstalt Karlsruhe-Rüppurr
Diakonissenstr. 28, 76199 Karlsruhe
Tel.: 0721 / 889- 2211, Fax: 0721 / 889-3901
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Diakoniegemeinschaft damals und heute

Die Anfänge

altDie Diakoniegemeinschaft, wie sie heute in unserem Werk besteht, hat ihre Anfänge in den ersten Jahren des Diakonissenhauses, das 1851 gegründet wurde. In dieser Zeit kamen vermehrt junge, ledige Frauen in die Diakonissenhäuser. Aus persönlichen oder familiären Gründen kam ein Eintritt in die Diakonissenschaft für sie nicht in Frage, doch sie waren an einer beruflichen Tätigkeit in einer diakonischen Einrichtung interessiert. Die Mitarbeit der sog. „Hilfsschwestern“, wie sie nun genannt wurden in Unterscheidung zu den Diakonissen, war willkommen. Immer mehr Krankenhäuser, Gemeinden, Heime baten um Schwestern, doch die Zahl der Diakonissen wuchs nicht mehr in dem Maß, wie es nötig gewesen wäre. Die entstandene Situation zwang die Verantwortlichen zum Handeln, nicht nur in Fragen der beruflichen Zurüstung, sondern auch in der Frage, wie die Hilfsschwestern mehr in die Lebensgemeinschaft eines Diakonissenhauses einbezogen werden könnten.

Geregelte Arbeitsverhältnisse

1921 wurde die Hilfsschwesternfrage erstmals auf einer Konferenz des „Kaiserswerther Verbandes“ (Dachorganisation deutscher Mutterhäuser) besprochen. Es folgte die Empfehlung an die Mutterhäuser, die Hilfsschwestern in ihre Einrichtungen zu integrieren. Sie sollten zur Ausbildung zugelassen und in ein geregeltes Arbeitsverhältnis aufgenommen werden. Das Karlsruher Mutterhaus gehörte mit zu den ersten Diakonissenhäusern, die einer Hilfsschwesternschaft unter ihrem Dach Raum gaben. 1927 legten die ersten sieben sog. “Lehrtöchter“ (die sich in Ausbildung befindlichen Hilfsschwestern) zusammen mit sechs Diakonissen die staatliche Krankenpflegeprüfung ab. Zu dieser Zeit arbeiteten bereits etwa 30 Hilfsschwestern im Diakonissenhaus mit.

Von der Hilfsschwester zur Verbandsschwester

Die Überlegungen zu einer Verbandsschwesternschaft vollzogen sich nach 1933 unter dem politischen Druck in großer Eile, dass bezüglich der Inhalte des Verbandes viele Fragen offen blieben. In einem Rundschreiben an die Diakonissenanstalten, wurde der 1.März 1939 als Gründungstag für die Verbandsschwesternschaft festgelegt. Eine bewusst christliche Gesinnung und der Wunsch zu einem Diakonissenhaus zu gehören, wird Grundlage für die Aufnahme in den Verband. Noch im gleichen Jahr wurde zwar eine Verbandsschwesternordnung verfasst, doch andere Aktivitäten mussten hinter dem täglich Notwendigen der Kriegs- und Nachkriegszeit zurückstehen. Die Zahl der Verbandsschwestern unseres Hauses hielt sich in diesen Jahren konstant zwischen 40 und 50.

Namensänderung

alt beschloss der Verwaltungsrat der Ev. Diakonissenanstalt Karlsruhe Rüppurr den Namen Verbandsschwesternschaft in Diakonie-Verbandsschwesternschaft abzuändern, um den diakonischen Charakter mehr zu betonen. Die Aufnahme in die Schwesternschaft erfolgte nun im Rahmen einer gottesdienstlichen Feier. Die Schwester wurde mit Handschlag verpflichtet und erhielt Brosche und Haube. Mit der abnehmenden Zahl der Diakonissen, wurde den Verbandsschwestern immer mehr Verantwortung in leitenden Positionen übertragen, nicht nur im eigenen Werk, sondern auch in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen, die vertraglich mit dem Mutterhaus verbunden waren.

Diakoniegemeinschaft, offen für Mitarbeitende und andere

Im Jahr 1981 bewarben sich auch Männer, darunter Krankenpfleger und Mitarbeiter aus anderen Arbeitsbereichen unseres Hauses, um Aufnahme in die Diakonie-Verbandsschwesternschaft. Aus diesem Anlass wurde der 1951 eingeführte Name, in Diakoniegemeinschaft abgeändert. Mit der Entscheidung sollte deutlich werden, dass die Gemeinschaft für alle Mitarbeitenden, auch verheiratete, offen steht. Die Mitglieder der Diakoniegemeinschaft leben teilweise im Mutterhaus, viele leben außerhalb und halten bei den Treffen im Mutterhaus Kontakte. Wöchentlich sind Diakonissen und Diakoniegemeinschaft zu den Nachmittagen der Gemeinschaften im Mutterhaus eingeladen. Bei der Jahreskonferenz und einem Einkehrtag stehen die Zurüstung für den Glaubens- und Lebensalltag im Vordergrund. Zugleich haben die Gemeinschaften Gelegenheit zu Begegnungen an diesen Tagen und können die Kontakte pflegen. Ein vielfältiges Angebot an Veranstaltungen gibt Gelegenheit, Schönes und Schweres miteinander zu teilen. Die Diakoniegemeinschaft steht betend und fördernd hinter der Arbeit und den Zielen unseres Werkes. Sie möchte mit ihrer Gemeinschaft aufzeigen, wie christlicher Glaube in unserer Zeit gelebt werden kann.