Die Aorta ist die Bauch- oder Hauptschlagader. Als Schlagadern, also Arterien, wiederum bezeichnet man Gefäße, die frisches, sauerstoff- und nährstoffreiches Blut vom Herzen zu den jeweiligen Organen transportieren. Die Aorta ist das erste große Gefäß, das das Herz verlässt. Im Brustkorb entspringen ihr Schlagadern zum Kopf und den Armen, im Bauch Äste zum Magen-Darmtrakt und der Leber sowie zu den Nieren. Im Unterbauch verzweigt sie sich schließlich in einen rechten und linken Schenkel um die Beine zu versorgen.      gesunde aorta
bauchaortenaneurysma        Bei einem Aneurysma handelt es sich um eine krankhafte Gefäßerweiterung. Ein Aneurysma entsteht, sofern es nicht angeboren ist, meist an Schwachstellen in der Gefäßwand. Dort, wo Verkalkungen sitzen, wo bereits einmal operiert worden ist oder selten bei Infektionen können solche Schwachstellen entstehen. 

Ist ein Aneurysma gefährlich und sollte ich mich operieren lassen?

Ab einer gewissen Größe können Aneurysmata bei einer Ruptur, also dem Aufreißen der Gefäßwand, in sehr kurzer Zeit zu einem gefährlich hohen Blutverlust führen. Je nach Größe und Lokalisation ist eine Operation also angeraten um eine solche Notfallsituation zu vermeiden. Gerade bei der Bauchschlagader gibt es hier bestimmte Grenzwerte. Ob in Ihrem Fall eine Verlaufsbeobachtung ausreicht oder eine Operation empfohlen ist, besprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Ein weiteres Risiko ist die Veränderung des Blutflusses. Das aneurysmatragende Gefäß hat einen unregelmäßig weiten Durchmesser. Hierdurch kommt es zu Verwirbelungen im Blutfluss und das Blut kann teilweise gerinnen. So entstehen kleine Klümpchen, die mit dem Blutfluss fortgetragen werden und wiederum kleinere Gefäße in Flussrichtung verschließen können (Embolie).   

       

Blutfluss

y-prothese

   

Ist eine Operation an der Bauchschlagader gefährlich?

Natürlich birgt jede Operation ein gewisses Risiko, aber wenn der Eingriff geplant stattfinden kann, ist auch eine OP an der Aorta ein kalkulierbares Risiko. Das erklärt den besonderen Stellenwert einer guten Verlaufskontrolle nach der Diagnose eines Aortenaneurysmas: Der richtige Zeitpunkt für die Operation trägt maßgeblich zur Sicherheit bei. Das Gleiche gilt für die Wahl der Behandlungsmethode. Entsprechend Ihrem persönlichen Risikoprofil wird Ihr Arzt entscheiden können, ob eine Operation oder eine andere Therapie, z. B. die interventionelle Überbrückung der Gefäßaussackung von innerhalb des Gefäßes, für Sie am sichersten und am erfolgversprechendsten ist.

Welche Komplikationen können auftreten?

Um einen größeren Blutverlust zu verhindern und die Übersicht zu wahren, wird das aneurysmatragende Gefäß während der Operation ausgeklemmt. Hierbei kann es in den abhängigen Gebieten, also in den Organen, die das Gefäß üblicherweise mit Blut versorgt, zu einer Unterversorgung kommen. In der Regel handelt es sich bei dieser Klemmphase um eine kurze Zeitspanne von einigen Minuten bis einer Stunde. Diese Zeit der Minderversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen können die meisten Organe problemlos verkraften. Ist insgesamt die Durchblutung eingeschränkt oder sind die entsprechenden Organe bereits erkrankt und dadurch vorgeschädigt, sind aber dennoch auch bleibende Schädigungen möglich.    

Außerdem steht das Blut im Bereich der Klemmung still und hier kann ein Gerinnsel entstehen, das sich lösen kann, sobald der Blutstrom wieder freigegeben wird und so zu einer Embolie führt.

     versorgung stentgraft

Eine Operation an Blutgefäßen kann auch mit einer Blutung einhergehen. Wenn Gefäßnähte nicht halten oder ein Infekt entsteht, ist das auch noch nach der Operation möglich. In diesem Fall kann eine erneute Operation nötig sein, um das Problem zu beheben. Dennoch muss nicht regelhaft mit der Notwendigkeit einer Transfusion gerechnet werden.

Nach der Operation erhalten Sie Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen. Dies soll verhindern, dass sich eine Gefäßprothese wieder verschließt oder dass sich kleine Blutgerinnsel bilden, die zu einer Embolie führen können. Auf der anderen Seite ist so das Risiko einer Blutung erhöht, auch entstehen viel leichter blaue Flecken, wenn Sie sich z. B. irgendwo stoßen.

Die Manipulation an den großen Blutgefäßen führt insbesondere, wenn es um die Aorta geht, zu Blutdruckschwankungen. Kann Ihr Körper diese nicht selbstständig wieder ausgleichen, hilft der Anästhesist bei der Narkose mit Medikamenten nach. Dennoch können solche Schwankungen dazu führen, dass auch Organe jenseits des betroffenen Gefäßes kurzfristig nicht ausreichend mit Blut versorgt werden. Dies kann selten auch zu einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt führen und im Nachhinein eine weitere Behandlung nötig machen.

 

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