„Bypass“ ist englisch für „Umgehung“. Wenn die Blutversorgung eines Organs durch Engstellen und Verschlüsse in den zuführenden Blutgefäßen derart verschlechtert ist, dass Schmerzen oder ein Funktionsverlust entstehen, soll ein Bypass das Blut über ein künstliches oder körpereigenes Gefäß an diesen Engstellen vorbei zu dem entsprechenden Organ leiten. Hierzu wird das Bypass-Gefäß oberhalb der Stenosen auf die betroffene Schlagader angenäht und unterhalb der Engstellen wieder angeschlossen. Häufig wird dies z. B. bei der Schaufensterkrankheit mit Arterienverkalkung an den Beinen notwendig, wenn die Engstellen in den Schlagadern dort zu Schmerzen beim Laufen führen.

Woher stammt das Gefäß, das für den Bypass verwendet wird?

Es besteht die Möglichkeit, ein künstliches Gefäß, also eine Prothese aus einem Kunststoffgewebe zu verwenden. Alternativ kann gegebenenfalls ein körpereigenes Gefäß zum Einsatz kommen. Da man auf Schlagadern an anderer Stelle nicht verzichten kann, wird hierzu eine Vene verwendet, die z. B. am Bein entnommen werden kann. Venen neigen anders als Schlagadern nicht zur Gefäßverkalkung, so dass, nach Entnahme einer Vene, andere Gefäße aus der Nachbarschaft deren Funktion übernehmen können - sofern sie gesund sind. Bei Krampfadern, oder wenn Sie schon einmal eine Thrombose hatten, kann es sein, dass die Venen nicht als Umgehungsgefäß verwendet werden können. In diesem Fall wird man auf die künstliche Gefäßprothese zurückgreifen.

 
bypass oberschenkel

Wie sieht die Operation aus?

Je nachdem, wo die Engstelle oder der Gefäßverschluss liegt, der durch den Bypass überbrückt werden soll, sind meist 2 oder auch 3 Hautschnitte notwendig: über der Anschlussstelle vor der Gefäßenge sowie über der Anschlussstelle danach. Gegebenenfalls gibt es noch eine Wunde als Zwischenstopp falls größere Strecken zu überbrücken sind oder falls für den Bypass eine Vene an anderer Stelle entnommen werden muss. Typisch sind eine Wunde in der Leiste und eine zweite ober- oder unterhalb des Knies (femoropopliteal, vom Oberschenkel zum Knie), oder eine zweite am Unterschenkel (femorocrural, vom Oberschenkel zur Wade/zum Unterschenkel). Manchmal reicht auch ein etwas längerer Schnitt vom Unterbauch in die Leiste (aorto-iliakal, von der Aorta zur Beckenschlagader oder iliofemoral, von der Beckenschlagader zum Oberschenkel).
Meist ist mit 5-10 Tagen Krankenhausaufenthalt zu rechnen. Ist eine spezielle Blutverdünnung notwendig, kann sich der Aufenthalt verlängern.

Werde ich durch den Bypass geheilt?

Nein. Gefäßerkrankungen wie die arterielle Verschlusskrankheit (AVK) heilen nicht selbst, wie z. B. ein Schnupfen und sie lassen sich auch durch eine Operation nicht vollständig beseitigen. Vielmehr handelt es sich um langsam fortschreitende chronische Erkrankungen. Durch die Bypassanlage wird ein akutes Problem behoben, und die Durchblutung z. B. in einem Bein wieder verbessert. Gleichzeitig schreitet die Grunderkrankung aber mit der Zeit voran. Damit die Operation auch langfristig erfolgreich ist, ist es wichtig, die Risikofaktoren zu minimieren: Geben Sie das Rauchen auf, ernähren Sie sich gesund, streben Sie Ihr Normalgewicht an und bewegen Sie sich ausreichend, achten Sie außerdem auf einen normalen Blutdruck! So und mit der regelmäßigen Einnahme der Ihnen verordneten blutverdünnenden Medikamente können Sie helfen, dass Sie auch noch Jahre nach einer Bypassoperation von der Behandlung profitieren.


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