Arterienverkalkung betrifft nicht immer nur das so genannte „Raucherbein“. Meist sind die Schlagadern im gesamten Körper verändert. Besonders gefährlich ist das an den Hirn- und Herzversorgenden Gefäßen. Die „Karotis“, also die Arteria carotis ist die Halsschlagader, die das Gesicht und das Gehirn mit Blut versorgt.

Warum sollte ich mich operieren lassen, wenn ich keine Beschwerden habe?

Kommt es an der Halsschlagader zu Veränderungen in der Gefäßwand, so dass sich der Durchmesser einengt, gelangt weniger Blut ins Gehirn. Das kann zu Sehstörungen, Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen führen. Da das Gehirn als eines unserer Zentralorgane aber exzellent mit zuführenden Gefäßen versorgt ist, macht sich auch der komplette Verschluss eines einzelnen dieser Gefäße kaum bemerkbar. Viel gefährlicher ist da die beginnende Veränderung mit kleineren Verkalkungen an verschiedenen Stellen. Hier kann sich durch veränderte Fließeigenschaften des Blutes entlang einer solchen Verkalkung ein Gerinnsel bilden oder es löst sich ein Stück, welches im Blutstrom zum Gehirn transportiert wird und dort kleinere Gefäße verschließt - es kommt zum Schlaganfall. Um dem vorzubeugen oder zu verhindern dass nach einem Schlaganfall ein weiterer entsteht, sollte man Verengungen der Halsschlagader operativ beseitigen lassen. 
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Wie sieht die Operation aus?

Das betroffene Gefäß muss für die Operation kurzzeitig unterbunden werden, um einen großen Blutverlust zu vermeiden und um die Säuberung der Gefäßwand überhaupt durchführen zu können. Allein durch die Manipulation am Gefäß könnte sich ebenso ein Gerinnsel bilden oder es könnten sich Teile der verkalkten Wand lösen. Um zu überwachen, dass nicht während der Operation ein Schlaganfall ausgelöst wird, führen wir die OP in aller Regel in einer Leitungsanästhesie durch. Das heißt, dass das Operationsgebiet örtlich betäubt ist und Sie dort keine Schmerzen spüren, dass Sie aber weiterhin bei Bewusstsein sind. So kann man durch Kommunikation mit dem Patienten und durch kleine gezielte Bewegungen (Drücken einer Hupe) überprüfen, ob die Blutzufuhr zum Gehirn noch ausreicht.

Es ist mit einem Krankenhausaufenthalt von 3-7 Tagen zu rechnen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Das Risiko, durch eine Verkalkung der Halsschlagader einen Schlaganfall zu entwickeln, ist auch während einer Operation gegeben. Auch wenn das Gefäß während der Säuberung nicht von Blut durchflossen wird und Sie bei der Operation schon Medikamente bekommen, die der Bildung von Blutgerinnseln vorbeugen, ist dies dennoch nicht ausgeschlossen und diese Gerinnsel oder kleinere Kalkfragmente können mit dem Blutfluss weitergetragen und ein Schlaganfall ausgelöst werden. Dies führt z. B. dazu, dass Ihnen die kleinen Kontrollbewegungen (Drücken einer Hupe) schwerer fallen oder Ihnen schwindelig wird. In den meisten Fällen kann ein solches Partikel dann noch rechtzeitig wieder geborgen werden, so dass keine bleibenden Schäden entstehen und sich die Ausfälle wieder beheben. 

Nach der Operation erhalten Sie Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen. Dies soll verhindern, dass sich ein Gefäß wieder verschließt oder dass sich kleine Blutgerinnsel bilden, die zu einer Embolie führen können. Auf der anderen Seite ist durch diese Medikamente das Risiko einer Blutung erhöht, auch entstehen viel leichter blaue Flecken, wenn Sie sich z. B. irgendwo stoßen. Kommt es dennoch zum erneuten Verschluss der Schlagader kann eine weitere Operation nötig sein um dies wieder zu beheben.

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Gerade im Bereich der Halsschlagader sind Nachblutungen problematisch. Entsteht ein Bluterguss unter der Haut, ist am Hals nicht viel Platz, wo er sich verteilen und nach und nach vom Körper abgebaut werden kann. Wird ein solcher Bluterguss zu groß, kann dieser Platzmangel zu einer Behinderung beim Schlucken, Sprechen oder Atmen führen. In diesem Fall hilft eine zweite Operation, den Bluterguss zu entfernen und so den Druck zu entlasten.

 

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