Unter dem umgangssprachlich als „Blinddarm“ bezeichneten Organ versteht man den Wurmfortsatz, die Appendix des Blinddarms, des ersten Abschnitts vom Dickdarm. Er ist ein kleines, meist ca. 5 cm langes Anhängsel mit blindem Ende, das nicht an der Stuhlpassage beteiligt ist und liegt zumeist im rechten Unterbauch. blinddarmentzuendung

Wann sollte der Wurmfortsatz entfernt werden?

Eine häufige Erkrankung ist die Entzündung des Wurmfortsatzes, die Appendizitis. In dem schmalen Blindsack können sich abgestorbene Schleimhautzellen, Stuhl oder Ballaststoffe sammeln, die hier nicht wie an anderen Stellen des Darms regelmäßig weitertransportiert werden, sondern stecken bleiben. So kann es zu einer Überwucherung mit Bakterien und zur Entzündung des Wurmfortsatzes kommen. Eine solche Entzündung kann lediglich geringe Beschwerden machen, die den Patienten manchmal nicht einmal zum Arzt führen und die von alleine wieder abklingen, es können aber auch stärkste Schmerzen, Fieber, Übelkeit und Verdauungsproblemen auftreten. In diesem Fall ist eine Entfernung des Wurmfortsatzes unumgänglich.

Schnittführung zur laparaskopischen AppendektomieWirkt sich ein fehlender Wurmfortsatz auf die Verdauung aus?

Da die Appendix nicht an der Verdauung teilnimmt, wird das Fehlen dieses Darmabschnitts langfristig auch keine Probleme bereiten. Die Nährstoffaufnahme passiert zum größten Teil im Dünndarm, die Ausscheidung funktioniert über den Dickdarm und dem Wurmfortsatz kommt hier keine Funktion zu.

Wie sieht die Operation aus?

In den meisten Fällen kann die Entfernung des Wurmfortsatzes minimalinvasiv erfolgen. Entsprechend dem Entzündungsgrad können eine Spülung des Bauchraumes und das Einbringen einer Drainage nötig sein. Ist es bereits zu einem Durchbruch gekommen und haben sich entzündliches Material und Bakterien im Bauchraum verteilt, werden Sie auch nach der Operation noch Antibiotika bekommen um zu verhindern, dass sich diese Bakterien über das Blut verteilen oder dass im Bauch ein Abszess entsteht.

In der Regel ist mit 2-3 Tagen Krankenhausaufenthalt zu rechnen, sofern es nicht zu Komplikationen kommt. Je nach Schwere der Entzündung kann es sein, dass sich der Aufenthalt verlängert, wenn man z. B. längere Zeit Antibiotika-Infusionen geben muss.

Welche Komplikationen können auftreten?

Da der Darm natürlicherweise mit Bakterien besiedelt ist, sind Operationen am Darm nie ganz steril. Sie erhalten während der Operation ein Antibiotikum um eine Ausbreitung von Bakterien zu vermeiden. Dennoch ist das Risiko für eine Wundheilungsstörung nach einer Darm-OP erhöht, insbesondere, wenn bereits eine Entzündung vorliegt.

Die Stelle, an der der Wurmfortsatz entfernt wird, wird meistens mit einem Klammernahtgerät verschlossen. Hierbei entstehen zwei Nahtreihen. Dennoch kann es passieren, dass die Naht an einer Stelle nicht hält und Darminhalt austritt. Das kann dazu führen, dass Entzündungswerte bei den Blutentnahmen steigen, Sie eher mehr als weniger Schmerzen haben oder dass Sie Fieber bekommen, auch wenn dies nach der Operation bereits wieder besser gewesen war. In diesem Fall kann eine erneute Operation notwendig sein um die Leckage abzudichten.