altSchmerzempfindung kann nicht nur allumfassend unter Vollnarkose sondern auch nur an bestimmten Körperteilen ausgeschaltet werden. Eine solche Regionalanästhesie versetzt zum Beispiel einen Arm oder ein Bein in vollständiges Taubheitsgefühl. Normalerweise verliert man dabei vorübergehend auch die Kontrolle über die Bewegung des betreffenden Körperteils. Das Berühren spürt man zwar. Man empfindet jedoch keinen Schmerz. Es gibt bei dieser Regionalanästhesie wirbelsäulennahe und periphere Verfahren.

Beim wirbelsäulennahen Verfahren (Spinal- und Periduralanästhesie) werden örtliche Betäubungsmittel in direkter Nähe des Rückenmarks gespritzt. Diese Verfahren eignen sich besonders für Operationen an den Beinen und den unteren Körperpartien (Unterbauch, Gesäß, Anal- und Genitalregion).

Beim peripheren Verfahren werden diejenigen Nerven oder Nervengeflechte blockiert, die zu der betreffenden Körperregion führen, die operiert werden soll. Häufig wird diese Plexusanästhesie verwendet für Eingriffe an der Schulter, an den Händen und Armen sowie als 3-in-1-Katheter bei Operationen zum Einsetzen künstlicher Kniegelenke.

Mittels peripherem Verfahren können einzelne Nerven blockiert werden. Chronische Schmerzen lassen sich mit solchen Blockaden therapieren.

Die Regionalanästhesie bietet bei operativen Eingriffen einen großen Vorteil: Die Funktion des Gesamtkörpers ist weniger beeinträchtigt. Während des schmerzfreien Eingriffs wird der Patient meist zusätzlich abgeschirmt, etwa durch Musik oder leichten Schlaf. So kann in möglichst angenehmer und stressfreier Atmosphäre operiert werden.

Bei größeren Eingriffen kann ein Regionalverfahren mit einer Vollnarkose kombiniert werden. Das hat zwei Vorteile: Die Menge der Narkosemittel, die während der Operation benötigt werden, ist insgesamt geringer. Zudem werden die Schmerzen, die nach der eigentlichen Operation auftreten, gelindert.