Hinter dem Augapfel befinden sich die Sehnervenfasern. Sie können zum Beispiel aufgrund eines zu hohen Augeninnendrucks geschädigt werden. Diese Schädigung nennt man Grünen Star (Glaukom). Die Erkrankung kann in seltenen Fällen auch bei normalem Augeninnendruck auftreten.

Symptome

Vorsorgeuntersuchungen sind hier extrem wichtig. Denn zu Beginn der Erkrankung gibt es kaum Symptome. Ein dauerhaft erhöhter Augeninnendruck ist in der Regel schmerzlos. Zudem bemerkt man die Sehverschlechterungen erst spät, da das andere, nicht am Glaukom erkrankte Partnerauge die Defekte und Einschränkungen lange Zeit auszugleichen versucht.

Mitunter kann sich der Augeninnendruck aber auch sehr plötzlich erhöhen. Dabei kommt es zu Schmerzen, Druckgefühl am Auge und einer raschen Sehverschlechterung. Begleitsymptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind häufig.

Aufgrund der anfänglichen Beschwerdefreiheit wird eine Augeninnendruckmessung ab dem 40. Lebensjahr alle drei Jahre empfohlen, ab dem 65. Lebensjahr alle ein bis zwei Jahre.

Ursache

In den Augenkammern ist das Kammerwasser eingelagert. Wenn das Kammerwasser nicht richtig zirkulieren oder abfließen kann, steigt der Augeninnendruck. Das ist etwa der Fall, wenn der Kammerwinkel zwischen Regenbogenhaut und Hornhaut aufgrund anatomischer Gegebenheiten sehr eng ist (Winkelblockglaukom). Häufiger ist jedoch der Abfluss des Kammerwassers in den abführenden Strukturen gestört, wobei der Kammerwinkel hierbei regelrecht gestaltet ist und offen (Offenwinkelglaukom). Bei manchen Patienten verdickt sich im die Linse. Dabei kann es ebenfalls zu Abflussverhinderungen kommen, so dass der Augeninnendruck ansteigt.

Therapie

Unbehandelt führt das Glaukom zur Erblindung. Die Therapie besteht darin, den Augeninnendruck zu senken. Dies erfolgt in erster Linie durch die Anwendung von Augentropfen. Eine Vielzahl von Substanzen steht hierbei zur Verfügung. Ist das Tropfen nicht ausreichend, um den Fortschritt der Erkrankung zu stoppen, muss ein operativer Eingriff besprochen werden.

Ein häufig durchgeführter Eingriff ist die Trabekulektomie. Durch einen Lederhautdeckel wird dabei eine Abflussmöglichkeit für das Kammerwasser direkt unter die Bindehaut geschaffen. Aufgefangen wird das überschüssige Kammerwasser in einem Sickerkissen, das unter dem Oberlid versteckt wird und dem Patienten nicht anzusehen ist.

Häufig ist auch eine operative, teilweise Entfernung des Ziliarkörpers, wo das Kammerwasser produziert wird. Er kann von innen mittels Laserung (Endocyclophotokoagulation) oder von außen durch die Bindehaut mittels Kälte oder Laserung erfolgen. Eine Endocyclophotokoagulation ist zum Beispiel im Rahmen einer Operation des Grauen Stares möglich. Sie wird an unserem Hause bei gegebener Indikation angeboten, so dass das Eingriff-Risiko am Auge nur einmal besteht.

Zusätzlich bietet das Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr daher eine Canaloplastik an. Hierbei handelt es sich um das gegenwärtig modernste Verfahren zur Augeninnendrucksenkung. Dabei wird der natürliche Abfluss des Kammerwassers durch eine dauerhafte Erweiterung der abführenden Strukturen wieder hergestellt.

  • Welcher Eingriff ist bei welchem Patienten am sinnvollsten?

    Der Augenarzt erstellt die Diagnose in Zusammenschau mit einer Vielzahl von Befunden wie dem Augeninnendruck oder der Beschaffenheit des Sehnervenkopfes. Zudem wird die Hornhautdicke gemessen und das Gesichtsfeld untersucht. Dann schlägt der Augenarzt dem Patienten vor, welcher therapeutische Eingriff sinnvoll ist und weist ihn unserer Augenambulanz zur Besprechung zu.