Medizinische Einrichtungen
Augenklinik
Augenerkrankungen
Grüner Star
Unter dem Grünen Star (Glaukom) versteht man eine Schädigung der Sehnervenfasern. Der häufigste Risikofaktor ist der erhöhte Augeninnendruck. Die Veränderungen treten selten auch bei normalen Druckwerten auf (Normaldruckglaukom). Auf der anderen Seite können auch definitionsgemäß zu hohe Augeninnendruckwerte ohne Sehnervenschädigungen bleiben (okuläre Hypertension). Unbehandelt führt das Glaukom über Jahre zur Erblindung. Risikofaktoren sind ein Glaukom am Partnerauge, betroffene direkte Verwandte, ein hohes Lebensalter, vermehrte Pigmentation, eine starke Kurzsichtigkeit und systemische Gefässerkrankungen wie die arterielle Hypertonie oder der Diabetes mellitus mit einer gestörten Durchblutung des Sehnerven. Veränderungen des Gehirnwassers oder im Immunsystem werden diskutiert.
Der Augeninnendruck wird durch die Produktion, die Zirkulation und den Abfluss des Kammerwassers bestimmt.
Ist die Zirkulation gestört oder der Abfluss behindert, steigt der Druck im Auge. Als Normwerte gelten in aller Regel Drücke von 10-21 mmHg. Für jeden Patienten ist jedoch in Zusammenschau aller Befunde ein individueller Druckbereich für das Voranschreiten der Erkrankung entscheidend.
Zu Beginn der Erkrankung existieren keine Symptome, was bei fehlenden Vorsorgeuntersuchungen zu einer späten Diagnosestellung mit fortgeschrittenen, irreversiblen Funktionseinbußen führt. Erst spät wird die Sehverschlechterung oder der Verlust von Anteilen des Gesichtsfeldes bemerkt, da das andere Auge die Defekte zunächst kompensiert. Ein dauerhaft erhöhter Augeninnendruck ist schmerzlos. Nur im Falle einer plötzlichen Augeninnendruckerhöhung kommt es zu Schmerzen und Druckgefühl am Auge. Es tritt eine rasche Sehverschlechterung ein. Begleitsymptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind häufig.
Auf Grund der anfänglichen Beschwerdefreiheit wird eine Augeninnendruckmessung ab dem 40.Lebensjahr alle 3 Jahre empfohlen, ab dem 65. Lebensjahr alle 1-2 Jahre.
Die Diagnosestellung erfolgt durch den Augenarzt in Zusammenschau einer Vielzahl von Befunden (Augeninnendruck, Beschaffenheit des Sehnervenkopfes, Gesichtsfelduntersuchung, Hornhautdickenmessung etc.)
Ursache eines erhöhten Augeninnendruckes ist eine gestörte Balance zwischen Kammerwasserproduktion und –abfluss. In aller Regel handelt es sich um eine Zirkulations- oder –abflussstörung. Ist der Kammerwinkel zwischen der Regenbogenhaut und der Hornhaut durch anatomische Gegebenheiten sehr eng, resultiert eine Abflussbehinderung, der Augeninnendruck steigt, man spricht man vom Winkelblockglaukom. Weitaus häufiger ist jedoch eine Abflussstörung in den abführenden Strukturen, welche das Kammerwasser in die venösen Gefäße ableiten. Der Kammerwinkel ist hierbei regelrecht gestaltet und offen. Es handelt sich um ein Offenwinkelglaukom. Durch eine Dickenzunahme der Linse im Alter kann es zu Abflußverhinderungen und damit zu Druckanstiegen kommen.
Unbehandelt führt das Glaukom zur Erblindung.
Die Therapie besteht in einer Augeninnendrucksenkung. Den Zieldruck legt Ihr betreuender Augenarzt unter Berücksichtigung aller Befunde fest. Dies erfolgt in erster Linie durch die Anwendung von Augentropfen. Hier steht eine Vielzahl von Substanzen zur Verfügung. Ihr Augenarzt wird Sie beraten. Ist diese nicht ausreichend, um eine Progression der Erkrankung zu verhindern, muss ein operativer Eingriff besprochen werden. Eine Vielzahl von Operationen zur Senkung der Produktionshemmung oder Abflussverbesserung des Kammerwassers stehen zur Verfügung.
Ein sehr häufig durchgeführter Eingriff ist die Trabekulektomie, bei welcher durch einen Lederhautdeckel eine Abflussmöglichkeit für das Kammerwasser direkt unter die Bindehaut geschaffen wird. Das sich dort ausbildende Sickerkissen ist unter dem Oberlid versteckt und Ihnen nicht anzusehen.
Weiterhin häufig ist die Senkung des Augeninnendruckes durch die Minderung der Kammerwasserproduktion durch eine teilweise Destruktion der produzierenden Struktur, des Ziliarkörpers. Diese kann von innen mittels Laserung (Endocyclophotokoagulation) oder von außen durch die Bindehaut durch Kälte oder Laserung (transkonjunktivale Kryo- oder photokoagulation) erfolgen. Eine Endocyclophotokoagulation ist z. B. im Rahmen einer Operation des Grauen Stares ohne neuerliche Risiken eines Eingriffes am Auge möglich und wird in unserem Hause bei gegebener Indikation angeboten.
Zusätzlich bieten wir daher eine Canaloplastik an. Hierbei handelt es sich um das zur Zeit modernste Verfahren zur Augeninndrucksenkung. Dabei wird der natürliche Abfluß durch eine Aufstellung und dauerhafte Erweiterung der ableitenden Strukturen wieder hergestellt. Wir werden Sie hierzu in der Augenambulanz/auf der Station gerne beraten.
Zur Frage, welcher Eingriff bei Ihnen am sinnvollsten ist, wird Sie Ihr Augenarzt beraten oder in unsere Augenambulanz zur Besprechung zuweisen.