Medizin und Pflege Medizinische Einrichtungen Geriatrisches Zentrum Akutgeriatrie

Akutgeriatrie

Stationsleitung Station B3: Heiner Meier-Menzel
Telefon Dienstzimmer: 0721 / 889-3097
Fax: 0721 / 889-3912

Hier findet die Untersuchung, Behandlung und Beratung von geriatrischen Patienten statt, die wegen einer akuten schweren Erkrankung stationär ins Krankenhaus eingewiesen werden oder als Notfall kommen. Hierfür stehen uns alle diagnostischen und therapeutischen Methoden des modernen Krankenhauses zur Verfügung, einschließlich einer Intensivstation mit Beatmungsmöglichkeit. Neben der medizinischen Erstversorgung werden anhand eines standardisierten Untersuchungsverfahrens, dem sog. Geriatrischen Assessment, die Alltagssituation sowie die Probleme und Defizite im gesundheitlichen und funktionellen Bereich des Patienten, aber auch seine noch vorhandenen Ressourcen, systematisch erfasst. Dabei finden auch die individuellen sozialen Gegebenheiten Berücksichtigung. Die Behandlung unserer Patienten liegt in den Händen eines erfahrenen Teams, in dem Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Ernährungsberater eng mit dem Pflegepersonal, dem Sozialdienst und den Ärzten zusammenarbeiten.

Für jeden Patienten wird eine individuelle Pflegeplanung auf der Grundlage eines ganzheitlichen Pflegekonzeptes erstellt. Schwerpunkte der ressourcenorientierten Pflege sind sowohl die individuelle Aktivierung als auch die psychosoziale Betreuung der Patienten sowie das Anleiten von Angehörigen. Die praktizierte Bereichspflege führt zu mehr Kontinuität in der Betreuung. Die Zusammenarbeit im interdisziplinären Team ist dabei eine wichtige Voraussetzung für zielorientiertes Handeln.

Sind Behinderungen oder Einschränkungen vorhanden oder zu erwarten, beginnen wir vom ersten Tag des Klinikaufenthaltes an mit einer aktiven Mobilisierung parallel zur akutmedizinischen Behandlung, um eine selbständige Lebensbewältigung der Erkrankten so lange wie möglich zu erhalten. Physiotherapeuten und Krankenpflegekräfte, die speziell in aktivierend-therapeutischer Pflege ausgebildet sind, arbeiten hier eng zusammen. Falls bei Aufnahme eine Schluckstörung festgestellt wird, bieten wir in Zusammenarbeit mit den Logopäden und den Ernährungsberatern ein abgestuftes Behandlungskonzept an, um Mangelernährung, aber auch das Auftreten von Lungenentzündungen im Rahmen des wiederholten Verschluckens zu vermeiden.

Für harninkontinente Patienten findet eine auf das individuelle Problem ausgerichtete Kontinenzberatung statt. Bei Bedarf können entsprechende Interventionen durchgeführt werden, z. B. medikamentöse Therapie, Selbständigkeitstraining zur Vermeidung oder Behebung von Abhängigkeiten beim Toilettengang, Verhaltensintervention in Form von Toilettentraining, Beckenbodengymnastik und Hilfsmittelauswahl (instrumentelle Ableitung, aufsaugende Hilfsmittel) inklusive Anwendungstraining sowie ggf. Verordnung. Auf Wunsch erfolgt auch Beratung und Anleitung von Angehörigen.

Es findet eine strukturierte Entlassungsplanung statt. Falls nach der Entlassung häusliche Hilfen erforderlich sein sollten, werden diese rechtzeitig ggf. in Absprache mit den Angehörigen in die Wege geleitet. Hilfsmittel können erprobt und ggf. verordnet werden. Angehörige können bei Bedarf im Umgang mit dem Patienten, seinen Hilfsmitteln und Pflegemaßnahmen angeleitet und geschult werden. Um die medizinische und pflegerische Versorgung im häuslichen Bereich sicherzustellen, ist die Kooperation mit den Hausärzten sowie mit weiterversorgenden Einrichtungen, z. B. ambulanten Pflegediensten und Beratungsstellen, für uns selbstverständlich.

Vor allem zunehmend gebrechliche ältere Menschen, die bisher allein oder mit Hilfe noch ganz gut zurecht gekommen sind und nun durch eine Akuterkrankung oder Schmerzen in ihrer Mobilität nachhaltig beeinträchtigt sind, profitieren von unserer Behandlung. Denn hier ist sowohl eine adäquate ursachenorientierte Behandlung der Akuterkrankung wichtig als auch die Notwendigkeit von therapeutischen Sofortmaßnahmen, die verhindern, dass der Patient lange bettlägerig ist. Nur so kann dem absehbaren Verlust an Mobilität und Selbständigkeit so früh wie möglich entgegengewirkt werden.

In der Behandlung alter Menschen ist immer auch die Nähe von Sterben und Tod zu berücksichtigen. Der Einsatz palliativmedizinischer Behandlungsprinzipien und ein würdevoller Umgang mit Sterbenden sind für uns eine Selbstverständlichkeit. Hier arbeiten wir eng mit der Klinikseelsorge zusammen. Es besteht die Möglichkeit zur Krankensalbung.

Regelmäßige Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen aller Mitglieder unseres multiprofessionellen Teams tragen zu einer hohen Behandlungsqualität auf der Station B3 bei.

Behandlungsspektrum

  • Schlaganfall
  • Schluckstörung
  • Infektion der Atemwege, Lungenentzündung
  • Unklare Gewichtsabnahme
  • Ernährungsstörung (v.a. Fehl- und Mangelernährung)
  • Störungen des Wasserhaushaltes (Austrocknung, Überwässerung)
  • Störungen des Elektrolythaushaltes (Blutsalze)
  • Fieberhafter Harnwegsinfekt, Nierenbeckenentzündung
  • Sturz mit schweren Prellungen oder großen Blutergüssen
  • Osteoporose mit Wirbelkörperbruch
  • Gangstörungen unklarer Ursache
  • Immobilität (neu aufgetretene Bettlägerigkeit)
  • Akut aufgetretene Verwirrtheit / Delir
  • Depression
  • Nebenwirkungen von Medikamenten bei Multimorbidität

Des Weiteren auch plötzliche Verschlechterungen oder Komplikationen bei chronischen Erkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus, Morbus Parkinson oder Demenz.

Diagnostik

Apparative Diagnostik


Sämtliche am Diakonissenkrankenhaus vorhandenen Untersuchungsgeräte stehen zur Verfügung

Funktionsdiagnostik

  • Alltagskompetenz

    ATL / Barthel-Index, IATL, NAI (NAA / NAB), PGBA, Handkraft-Messung (Vigurimeter), Geldzähltest, Medikamentenverpackung-Öffnungstest
  • Mobilität

    Esslinger Transferskala, Balance-Testung (Parallelstand, Semitandem-, Tandemstand, Einbeinstand), Functional reach, Chair stand up, Timed up & go -Test, Mobilitätstest nach Tinetti (Balance und Gehprobe), 10 m-Gehgeschwindigkeit, frei gewählte Gehgeschwindigkeit
  • Ernährungssituation

    Messung von Körpergröße und Gewicht, Body-Mass-Index, Mini Nutritional Assessment
  • Kognition

    Mini-Mental-Status, Uhr-Zeichen-Test, DemTect, TFDD, ZVT, PANDA
  • Stimmung

    Geriatrische Depressionsskala (mod. nach Yesevage)

Zusätzlich umfangreiche Untersuchung / Testung durch die Therapeuten mit jeweils spezifischen Methoden und Verfahren. Logopäden stehen zur Schluckdiagnostik auch röntgenkinematografische Verfahren zur Verfügung.

Therapie

  • Auf der Station stehen Übungsgeräte zur Verfügung
  • Sämtliche unter Physiotherapie, Physikalischer Therapie, Ergotherapie und Logopädie angegebenen Behandlungsmethoden kommen zum Einsatz
  • Bei Bedarf können parallel zur Akutbehandlung auch Frührehabilitationsmaßnahmen durchgeführt werden

Die Räumlichkeiten des Geriatrischen Zentrums Karlsruhe liegen direkt benachbart der Station B3, so dass Untersuchungs-, Therapie-und Besprechungsräume gemeinsam genutzt werden können.

Visiten

Frau Dr. Roth bei Visite

Es finden täglich ärztliche Visiten statt. Rund um die Uhr ist ein diensthabender Arzt bei Notfällen verfügbar.

Patientenbezogene Teambesprechungen

Ein Mal wöchentlich findet eine Teambesprechung mit Teilnahme aller Professionen statt, bei der überprüft wird, ob die bisher durchgeführten Behandlungsmaßnahmen den gewünschten Erfolg gezeigt haben und das künftige Procedere festgelegt wird. Frühzeitig wird eine strukturierte Entlassungsplanung durchgeführt.

Patientenaufnahme

Patienten können vom Hausarzt, vom Facharzt oder vom ärztlichen Notdienst in die Akutgeriatrie eingewiesen werden. Auch Verlegungen aus anderen Krankenhäusern sind möglich. Die administrative Aufnahme für einen stationären Aufenthalt erfolgt grundsätzlich in unserer Patientenverwaltung im Erdgeschoss (siehe Hinweisschild am Eingang). Dort helfen Mitarbeiterinnen den Patienten und/oder ihren Angehörigen bei den notwendigen Formalitäten. Bitte melden Sie sich dort zu den angegebenen Öffnungszeiten (Montag bis Freitag, 7:30 - 16:00 Uhr) oder bitten Sie jemanden, dies für Sie zu tun, damit Ihre persönlichen Daten erfasst werden können. In der Regel benötigen wir die Verordnung des einweisenden Arztes. Wir bitten um Vorlage Ihrer Krankenversicherungs-Karte bzw. Ihrer Klinikcard.

Zimmerausstattung

Es sind große 2-Bett-Zimmer vorhanden, jeweils mit behindertengerechtem Bad und Balkon mit Sitzmöbeln. An jedem Bett besteht Sauerstoff- und Inhalationsmöglichkeit. Alle Betten sind elektrisch verstellbar. Kühlschrank und Großtastentelefone sind vorhanden. Rundfunkempfang am Bett, Fernsehgeräte können ausgeliehen werden.

Verpflegung

Das Essen wird vom Küchenteam mit großer Sorgfalt zubereitet. Wenn Ihnen vom Arzt keine Diät verordnet wurde, können Sie sich zum Frühstück und Abendessen Ihr Wahlmenü zusammenstellen. Beim Mittagessen können Sie aus dem Angebot des jeweils gültigen Speiseplans auswählen, ob Sie Vollkost, leichte Vollkost oder vegetarische Kost möchten.

Besuche

Die soziale Einbindung, die Pflege familiärer Beziehungen und Freundschaften sind gerade während eines Krankenhausaufenthalts besonders wichtig. Besucher sind deshalb in unserem Haus gern gesehene Gäste. Die Besuchszeiten auf der Station B3 sind täglich 8 bis 20 Uhr. Auf Wunsch besucht Sie unser Klinikbesuchsdienst / Grüne Damen und Herren, Dolmetscherdienste können organisiert werden.

Sonstiges

Außerhalb der Station besteht die Möglichkeit, jederzeit die Kapelle oder einen Meditationsraum aufzusuchen. Cafeteria, Kiosk/Einkaufsmöglichkeiten, Friseursalon stehen zu den jeweiligen Öffnungszeiten zur Verfügung.

Gut vorbereitet in die Klinik: Alles für Ihren Klinikkoffer

Bitte bringen Sie folgende Dinge zur Aufnahme Ihres stationären Aufenthaltes bei uns mit:

  • Einweisungsschein Ihres behandelnden Arztes
  • Krankenversicherungskarte bei Kassenpatienten bzw. Klinikcard bei Privatpatienten oder bei privater Zusatzversicherung
  • Personalausweis
  • Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung
  • Einnahmeplan für Medikamente
  • wichtige Dokumente, falls vorhanden: Diabetiker Tagebuch, Herzschrittmacher-Ausweis, Herzklappen-Ausweis, Impf-Ausweis, Antikoagulantienausweis (Marcumarausweis), Allergiepass, Röntgenpass, Blutgruppenausweis
  • Unterlagen des behandelnden Arztes, z. B. Vorbefunde, aktuelle Röntgenbilder, Laborwerte etc.
  • Ausreichend Bekleidung (Nachthemden/Schlafanzüge, Morgenrock/Bademantel, Unterwäsche, Socken/Strümpfe, Trainingsanzug oder bequeme Straßenkleidung)
  • Rutschfeste, geschlossene Straßenschuhe und möglichst geschlossene Hausschuhe mit gutem Halt (am besten jeweils mit Klettverschluss)
  • Kulturbeutel mit gekennzeichneten Toilettenartikeln (Zahnbürste, Zahnpasta, Haftcreme, Zahn-/Prothesenbecher, Reinigungstabletten für Zahnprothesen, Kamm/Haarbürste, Shampoo, Seife bzw. Duschbad, Creme, Rasierapparat)
  • Handtücher und Waschlappen (jeweils mindestens 2)
  • Hilfsmittel, die Sie im Alltag gebrauchen (Brille(n) mit Etui, Leselupe, Hörgerät inklusive (Ersatz-)Batterien, Prothesen aller Art, Kompressionsstrümpfe, -strumpfhosen, Gehhilfen (z. B. Gehstock, Rollator), Rollstuhl etc.)
  • Persönliche Gegenstände (Fotos, Bilder, Wecker, kleine Tischdecke o.ä.)
  • Beschäftigungsmaterial wie z. B. Kreuzworträtsel, Buch, Musik/CD/Radio mit Kopfhörer

Wertgegenstände wie größere Geldbeträge oder Schmuck sollten Sie unbedingt zu Hause lassen. Bei Verlust oder Diebstahl können wir keine Haftung übernehmen.

Aus Gründen der medizinischen Qualität und Sicherheit unserer Patienten würden wir uns freuen, wenn Sie Ihr Mobiltelefon zu Hause lassen. Während Ihres Aufenthaltes können Sie gegen eine geringe Gebühr das Telefon am Bett nutzen.