Medizinische Einrichtungen
Geriatrisches Zentrum
Geriatrische Frührehabilitative Komplexbehandlung
Unter frührehabilitativen Gesichtspunkten werden schwer betroffene Patienten nach einem Akutereignis (z. B. Schlaganfall) oder nach Knochenbruch (z. B. hüftgelenksnahe Fraktur des Oberschenkels), aber auch Patienten, die im Rahmen einer anderen Akuterkrankung eine längere Bettlägerigkeit erfahren haben, behandelt.
Längere Bettlägerigkeit führt zu Muskel- und Knochenabbau mit entsprechendem Kräfteverlust. Dies kann zur Abnahme der Selbständigkeit und Alltagskompetenz führen, z. B. zu bleibender Gangunsicherheit oder gar zur Unfähigkeit, im häuslichen Bereich weiterzuleben. Je eher hier rehabilitative Maßnahmen greifen, desto besser kann dies abgewendet werden.
Daher sollte so früh wie möglich bereits im Akutkrankenhaus mit strukturierten Behandlungsmaßnahmen wie Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie begonnen werden. Ebenso ist eine spezielle pflegerische Unterstützung (aktivierende Pflege) erforderlich, um baldmöglichst wieder Alltagskompetenz einzuüben und zu erlangen.

Gehtraining mit Rollator auf Flur
Die Patienten im Frührehabilitationsprogramm sind in der Regel so schwer betroffen, dass sie nicht direkt in eine nachsorgende Rehabilitationsklinik entlassen werden können, sondern auf Grund ihrer schweren funktionellen Defizite bzw. begleitender Akuterkrankungen weiter einer akutstationären Behandlung bedürfen. Mit der frührehabilitativen strukturierten Behandlung in einem multidimensionalen Therapieansatz wird versucht, die Selbsthilfefähigkeit und Mobilität dieser Patienten zu bessern, und so eine weitere Behandlungsperspektive zu eröffnen.
Die Durchführung einer Geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung ist nur strikter Einhaltung der folgenden Kriterien möglich:
Es muss gleichzeitig (dauernde oder intermittierende) akutmedizinische Diagnostik bzw.
Behandlung stattfinden.
Es gibt drei unterschiedliche Varianten:
Der therapeutische Anteil umfasst insgesamt mindestens 10 Therapieeinheiten von durchschnittlich 30 Minuten, davon maximal 10 % als Gruppentherapie
2. Mindestens 14 Behandlungstage und 20 TherapieeinheitenDer therapeutische Anteil umfasst insgesamt mindestens 20 Therapieeinheiten von durchschnittlich 30 Minuten, davon maximal 10 % als Gruppentherapie
3. Mindestens 21 Behandlungstage und 30 TherapieeinheitenDer therapeutische Anteil umfasst insgesamt mindestens 30 Therapieeinheiten von durchschnittlich 30 Minuten, davon maximal 10 % als Gruppentherapie