Kontakt

Dr. med. Carola Mühlhäußer,
Oberärztin der Frauenklinik,
Beratungsstelle der Deutschen Kontinenz Gesellschaft
AGUB II
Anmeldung: 0721 / 889-2347

Stellvertreterinnen: Dr. med. Daniela Schneider und Miriam Markert
Oberärztinnen der Frauenklinik


Seit vielen Jahren bieten wir für Frauen, die unfreiwillig Urin verlieren, eine Spezialsprechstunde an ebenso wie für Frauen, bei denen eine Genitalsenkung mit Beschwerden eingetreten ist.

Die Gründe für einen unfreiwilligen Urinverlust, der sog. Harninkontinenz sind ganz unterschiedlich:
Man unterscheidet z. B. die Belastungsharninkontinenz von der Dranginkontinenz neben weiteren, aber eher seltenen Formen der Harninkontinenz (HIK). Manchmal ist der Grund für die HIK eine Blasenentzündung, die keine weiteren Beschwerden macht.

Bei der Belastungs-HIK liegt oft eine Bindegewebsschwäche vor und die betroffene Frau verliert Urin beim Niesen, Lachen, Husten, Heben und Gehen.
Viele Frauen, die in unsere Sprechstunde kommen, haben bereits Beckenbodentraining durchgeführt, aber dabei keine Besserung der HIK erreichen können.
Mit einer Blasendruckmessung in unserer Sprechstunde kann meistens die Belastungs-HIK von einer Drang-HIK unterschieden werden.
Diese Unterscheidung ist wichtig, da die Behandlung der beiden HIK-Formen verschieden ist.

Bei der Belastungs-HIK kann Beckenbodentraining, Elektrostimulation des Beckenbodens, Gewichtsabnahme, Tampontherapie und in seltenen Fällen ein Medikament angeboten werden.
Sehr gute Behandlungserfolge hat die TVT-OP (tensionfree vaginal tape –OP).
Diese OP bieten wir Frauen, die dafür in Frage kommen und diese OP wünschen, seit 1997 in unserer Frauenklinik an. Dabei wird operativ ein Bändchen spannungsfrei unter die Harnröhre gelegt (entweder retropubisch 1 oder transobturatorisch 2, s. Skizze).

tvt-op

Hier finden Sie eine Übersicht über die Erfolgsraten und Komplikationen bei der TVT-OP in unserer Frauenklinik.

Bei der Drang-HIK tritt der Urinverlust unabhängig von körperlicher Bewegung mit einem meist starken Dranggefühl ein. Verschiedene Medikamente stehen für die Behandlung zur Verfügung.
Aber auch eine Änderung des Trinkverhaltens, der Zeiten des Toilettenganges oder Elektrostimulation des Beckenbodens kann helfen. Für Frauen, die nach diesen Maßnahmen weiterhin keine Besserung der Drang-HIK haben, bieten wir die Behandlung mit Botox an. Dabei wird während einer Blasenspiegelung an mehreren Stellen Botox in die Harnblasenwand gespritzt. Diese Behandlung kann zu großer Verbesserung der Lebensqualität führen, muss/kann jedoch nach gewisser Zeit wiederholt werden.


Bei Genitalsenkung führen wir verschiedene Operationen durch, denn es gibt ganz verschiedene Lageveränderungen der Scheide und der Gebärmutter. Senken können sich:

  • überwiegend die Gebärmutter (Abbildung 1)
  • die vordere Scheidenwand, die die Blase dadurch nach unten zieht (Abbildung 2)
  • die hintere Scheidenwand, die den Enddarm dadurch nach unten zieht (Abbildung 3)

Deszensus uteri Homepage
Abbildung 1

Zystozele Homepage
Abbildung 2

Rectocele Homepage
Abbildung 3

Eine Senkung kann auch auftreten nach Entfernung der Gebärmutter. Dann kann sich senken:

  • die vordere Scheidenwand mit Blase (Abbildung 4)
  • die hintere Scheidenwand mit Enddarm (Abbildung 5)
  • der obere Scheidenpol (Abbildung 6)

Zystocele nach HE Homepage
Abbildung 4

Rectocele nach HE Homepage
Abbildung 5

Enterocele Homepage
Abbildung 6

Daher gibt es verschiedene Formen der Senkungsoperationen.

Wir führen folgende Operationen in unserer Frauenklinik durch:

  • Raffung der Scheidenwand vorne und hinten mit Eigengewebe (Vaginalplastik)
  • Korrektur der Senkung durch Netzimplantate, insbesondere bei voroperierter Scheide
  • Die Aufhängung des oberen Scheidenendes an ein Beckenbodenband durch eine vaginale Operation (sakrospinale Fixation)
  • Aufhängung des oberen Scheidenendes oder des Gebärmutterhalses mittels eines Netzes an das Kreuzbein durch einen Bauchschnitt/-spiegelung (Kolposakropexie oder Zervikosakropexie)
  • Scheidenverkürzende oder scheidenverengende Operationen in höheren Lebensabschnitten auf Wunsch

Die Entfernung der Gebärmutter ist nicht immer zwingend erforderlich.

Der stationäre Aufenthalt dauert meistens 4 bis 7 Tage.
Nach einer Senkungsoperation empfehlen wir Ihnen körperliche Schonung für mindestens 6 – 10 Wochen. Sie sollten in dieser Zeit zum Beispiel nicht Fahrrad fahren, schwimmen, wandern, im Garten arbeiten, schwer heben (über 10 kg) oder größere, lange Raumpflegearbeiten verrichten.

Hier finden Sie eine Übersicht über die OP-Ergebnisse.


In unserer Beckenbodensprechstunde beraten Sie wir gerne, auch zur Pessartherapie und zum Beckenbodentraining vor einer Operation bzw. als Alterativen zu einer Operation.