Wenn das Mittelohr immer wieder oder dauerhaft entzündet ist, liegt eine chronische Mittelohrentzündung vor. Dabei sind die Schleimhäute des Mittelohres und des Ohrknochens entzündet. Häufig setzt diese Entwicklung bereits im Kleinkindesalter ein.

Symptome

Schwerhörigkeit und wiederkehrendes Ohrenlaufen sind typische Anzeichen für eine chronische Mittelohrentzündung.

Diagnose

Der Hals-Nasen-Ohrenarzt sieht unter dem Untersuchungsmikroskop ein Loch im Trommelfell.

Ursachen

Man vermutet, dass eine erworbene oder angeborene Belüftungsstörung der Mittelohrräume den Krankheitsprozess in Gang setzt.

Durch die Belüftungsstörung des Mittelohres kommt es zunächst zu einer Ergussbildung im Mittelohr. In diesem frühen Stadium kann man ein Belüftungsröhrchen (Paukenröhrchen) einsetzen. Es hilft unter Umständen, dass die Erkrankung nicht fortschreitet.

Durch das eingesetzte goldene Paukenröhrchen wird das Mittelohr besser belüftet.

Durch die Belüftungsstörung ist das Mittelohr wiederholt akut entzündet. Dies führt zu einem bleibenden Loch im Trommelfell. Im günstigsten Fall ist dieses Loch reizlos und wirkt sich nicht auf das Hörvermögen aus.

Der Blick ins Ohr zeigt ein Loch im Trommelfell, das Ergebnis immer wiederkehrender akuter Mittelohrentzündungen.

Die immer wiederkehrenden Entzündungen des Mittelohres zerstören oder versteifen schließlich die Gehörknöchelchen. Die Folge ist Schwerhörigkeit.

Normalerweise schirmt das Trommelfell das Ohr ab, so dass es im Inneren steril ist. Durch das Loch können nun jedoch Krankheitskeime eintreten. Ein Ohr mit Loch im Trommelfell muss deshalb gut geschützt werden. Über Wasser oder Staub könnten Keime eintreten.


 

Therapie

Eine akute Entzündung kann mit Antibiotika und Ohrentropfen behandelt werden. In der Regel lässt sich dadurch der Ausfluss aus dem Ohr stoppen. Das Loch im Trommelfell verschließt sich jedoch in der Regel nicht spontan. Meist ist eine Operation notwendig, um das Loch zu verschließen. Dabei wird das Loch mit Muskelhaut, Knorpel oder Knorpelhaut unterfüttert. Falls zusätzlich die Gehörknöchelchen nicht funktionsfähig sind, können diese in demselben Eingriff repariert werden. Die Operation erfolgt in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose.

Zum Größenvergleich: Als Dauerröhrchen kann eine T-Tube ins Trommelfell eingesetzt werden.