Das Naseninnere wird durch die Nasenscheidewand in zwei anatomisch getrennte Nasenhaupthöhlen und dem angrenzenden Nebenhöhlensystem geteilt. An der seitlichen Nasenwand finden sich jeweils die drei Schwellkörper (Nasenmuscheln), die der Befeuchtung und Anwärmung der Atemluft dienen. Diese schleimhautbekleidete Schwellkörper regulieren auch den Luftstrom. Sie unterliegen dem sog. Nasenzyklus und schwellen normalerweise alle 4-6 Stunden abwechselnd ab und an. Dabei ist immer ist immer eine Nasenseite stärker belüftet als die andere. Die Muscheln selbst bestehen aus einem knöchernen Grundgerüst und Schwellgewebe.

Symptome

Bei der Nasenmuschelvergrößerung  ist die  normale Atmung durch die Nase behindert. Der Patient holt verstärkt über den Mund Luft. Die Symptomatik verstärkt sich in der Regel im Liegen, also abends beim Schlafengehen.

Ursache

Eine Nasenmuschelvergrößerung kann zum Beispiel durch Allergien ausgelöst werden. Auch der ständige Gebrauch von Nasentropfen oder andauernde Schadstoffeinwirkung können Ursache sein. Eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen kann aber auch zu einer Schwellung der Nasenmuscheln führen.

Diagnostik

Mit der direkten oder endoskopischen Untersuchung der Nase durch den Facharzt kann die Form, Größe und Beschaffenheit der Nasenmuscheln festgestellt werden. Wichtig ist dann die Ursachensuche. In vielen Fällen wird sich eine Allergiediagnostik an die körperliche Untersuchung  anschließen. An der Haut kann im Allergietest die Empfindlichkeit auf Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben u.a. abgeklärt werden. Weiter kann die Durchführung einer Computertomographie der Nasennebenhöhlen eine versteckte Entzündung in diesem Bereich ausschließen.  Die Rhinomanometrie (Nasenflussmessung) erlaubt eine seitengetrennte Messung des Luftstroms durch die Nase. Es kann auch festgestellt werden, ob Medikamente die Muscheln abschwellen lassen.


 

Die Nasenmuscheln können operativ verkleinert werden. Es gibt dafür verschiedene Möglichkeiten. 

Ambulant: Die Argon-Plasma-Chirurgie (APC) ist in der HNO-Heilkunde für diese Indikationen ein neues Verfahren der Elektrochirurgie, bei welchem hochfrequenter elektrischer Strom durch ionisiertes und hierdurch elektrisch leitfähiges Argon (Argonplasma) kontaktfrei auf das zu behandelnde Gewebe appliziert wird. Eine besondere Eigenschaft der APC, ist die gut kontrollierbare und auf maximal 3 mm begrenzte Tiefe der Gewebedestruktion, so dass eine Schädigung von benachbartem Gewebe vermieden werden kann. Der kleine Eingriff der APC kann in örtlicher Betäubung und ambulant erfolgen. Hierbei wird zuvor ein mit einem Schmerzmittel durchtränkter Wattebausch in die Nase eingeführt. Nach ca. 30 Minuten besteht weitestgehende Schmerzunempfindlichkeit. Vorteil der Methode ist, dass der Eingriff bei erneutem Anschwellen der Muscheln nach einiger Zeit auch wiederholt werden kann.

Stationär: Wenn zusätzlich eine erhebliche Verkrümmung der Nasenscheidewand vorliegt, haben die Nasenmuscheln die Tendenz, sich dem Raum in der Nase anzupassen. So neigt in solchen Fällen die Nasenmuschel der größeren Nasenhöhle dazu, sich kompensatorisch zu vergrößern. In diesen Fällen raten wir zu einem kombinierten Vorgehen mit Begradigung der Nasenscheidewand und gleichzeitiger Verkleinerung der Nasenmuscheln. Dieser Eingriff wird in der Regel stationär in Vollnarkose durchgeführt. Die Nasenmuscheln werden nach Einschnitt der Schleimhaut durch Reduktion des Schwellgewebes unter der Schleimhaut verkleinert (submuköse Muscheltunnelung).Wegen der möglichen Nachblutungsgefahr ist eine stationäre Überwachung üblich. Die Dauer des stationären Aufenthaltes wird individuell gestaltet und ist von der Wundheilung abhängig. Bis zur kompletten Abheilung und dem gewünschten Funktionsgewinn vergehen einige Wochen. Vor allem in der Anfangszeit muss darauf geachtet werden, dass alles was mit einer verstärkten Durchblutung der Nase einhergeht, z.B. Sport, Heben schwerer Gegenstände, Sauna, Sonnenbad und Solarium, unterlassen wird, da es sonst zu Nachblutungen kommen kann.