Sprechstunde 3

Schlucken ist eine hochkomplexe Funktion unseres Körpers, der wir im Normalfall kaum Beachtung schenken. Nur das zeitlich präzise abgestimmte Zusammenspiel vieler verschiedener Muskeln und Nerven erlaubt die Koordination von Atmung und Schlucken über denselben anatomischen Weg. Ist dieses Zusammenspiel gestört, kann nicht mehr regelrecht geschluckt werden. Am Schluckakt beteiligt sind praktisch alle Halsmuskeln, die Zungenmuskulatur, die Nerven für Berührungswahrnehmung in der Schleimhaut und die muskelsteuernden Nerven.

Im Rahmen vieler Erkrankungen kommt es auch zu einer Störung des Schluckaktes. In der Folge kann beim Verschlucken Essen in den Kehlkopf oder sogar in die Luftröhre gelangen. Dies birgt ein hohes Risiko eine Lungenentzündung zu entwickeln.

Häufig entstehen Schluckstörungen durch einen Schlaganfall. Aber auch Patienten nach Tumoroperationen und/oder Bestrahlungen im Halsbereich haben nicht selten länger bestehende Probleme mit der Nahrungsaufnahme. Die Anlage einer Sonde durch die Bauchdecke direkt in den Magen macht es heute möglich, dass die Ernährung im Rahmen einer Schluckproblematik gesichert ist und die Betroffenen nicht verhungern müssen. Trotzdem ist das Nicht-Schlucken-Können ein großes Handicap: Gemeinschaftliches Essen in der Familie oder mit Freunden im Alltag oder bei Festlichkeiten ist nicht mehr möglich. Ein Stück Lebensfreude durch den Genuss einer guten Mahlzeit fällt weg. Oft sind Betroffene in ihrer Selbständigkeit eingeschränkt und durch die Störung dieser Basisfunktion des Körpers depressiv.

Heutzutage kann vielen Betroffenen durch eine Schluckübungsbehandlung geholfen werden. Voraussetzung für die gezielte Therapie ist aber eine genaue Diagnostik, denn Schluckstörungen können vielfältige Ursachen an verschiedenen Stellen im Hals oder Mund haben. In unserer Spezial-Sprechstunde können wir mit Hilfe eines dünnen Endoskops mit Monitoranschluss und gefärbten Speisen in verschiedenen Konsistenzen den Schluckakt im wachen Zustand in einer wenig belastenden Untersuchung beurteilen und in der Zusammenschau mit dem Lokalbefund (und nur falls notwendig auch der Röntgendiagnostik) im interdisziplinären Team die geeignete Therapie festlegen. Hierzu arbeiten wir eng mit den Logopäden und ggf. den Röntgenfachärzten unserer Klinik zusammen. Die Übungsbehandlung kann in den meisten Fällen heimatortnah von ortansässigen Logopäden/Innen durchgeführt werden.

Schlucksprechstunde

Termine nach Vereinbarung: HNO-Sekretariat (Phoniatrie / Pädaudiologie) 0721 / 889-2241