Medizinische Einrichtungen
Radiologie
Interventionelle Radiologie
Durchblutungsstörungen der Becken- und Bein-Arterien
Die Ursache für Gefäßverengungen ist in den meisten Fällen die Arteriosklerose, auch Atherosklerose oder im Volksmund „Arterienverkalkung“ genannt. Dies führt allmählich zu einer Gefäßverengung (Stenose), oder zu einem kompletten Verschluß.
Detaillierte Informationen zur Atherosklerose, den dadurch verursachten Krakheitsbildern und zu den Risikofaktoren finden Sie auf der Seite Atherosklerose.
Durch die verengten oder verschlossenen Arterien ist die Durchblutung gestört, das Gewebe wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Bei körperlicher Arbeit oder Anstrengung sind die mit Blut zu versorgenden Organe nicht mehr so leistungsfähig und können Schaden nehmen, schlimmstenfalls kann Gewebe auch absterben.
Wenn die Becken- Bein-Arterien betroffen sind, treten beim Gehen oder Treppensteigen schmerzhafte Beschwerden in Gesäß, Oberschenkel oder Wade auf, die beim Stehenbleiben nachlassen; um eine längere Strecke zurücklegen zu können, sind dann oft mehrere Pausen notwendig. Entsprechend der üblichen Nutzung solcher Gehpausen wird dies im Volksmund auch als „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet (Fachbegriff: Claudicatio intermittens). Die Erkrankung ist, entsprechend des hohen Risikos, das Raucher haben, auch als „Raucherbein“ bekannt. Ist die innere Beckenarterie von der Erkrankung betroffen, kann dies bei Männern zu Impotenz führen.
Im Anfangsstadium senkt die Erkrankung die Lebensqualität vieler Patienten, die daraufhin eine Behandlung wünschen. In fortgeschrittenem Stadium kann das Bein amputationsgefährdet sein und muß dringend behandelt werden.
Die aktuellen Beschwerden jedoch, die durch einzelne verengte oder verschlossene Blutgefäße hervorgerufen werden, sind meist behandelbar.
Die Entscheidung, welche Therapie angemessen ist – medikamentöse Therapie, interventionell-radiologisches Verfahren oder Gefäßoperation - wird meist mit Hilfe einer Angiographie getroffen.
Interventionell-radiologische Behandlungen werden dabei über einen kleinen Einstich in eine gut zugängliche Arterie, normalerweise die Leistenarterie, durchgeführt und unter Durchleuchtung kontrolliert. Solch ein Eingriff ist meistens mit einem kurzen, 2 bis 3 tägigen stationären Aufenthalt verbunden, kann bei manchen Patienten aber auch ambulant durchgeführt werden.
Zur Behandlung von Verengungen (Stenose) oder Verschlüssen der Blutgefäße stehen in der Interventionellen Radiologie stehen folgende Verfahren zur Verfügung:
1.) die PTA/Ballondilatation,
2.) die Stentimplantation, und
3.) die Lyse.
Eine detaillierte Beschreibung dieser Verfahren finden Sie auf der Seite Behandlungstechniken bei arteriellen Durchblutungsstörungen.
Bei der Ballondilatation wird über eine Arterie, meist die Leistenarterie, ein Ballonkatheter eingebracht und in die verengte Stelle vorgeführt. Der anfangs zusammengefaltete Ballon wird in der Engstelle aufgedehnt, wodurch das Lumen der Arterie dort erweitert wird. Im zusammengefalteten Zustand wird der Ballon dann wieder entfernt.
Hier ein Patienten-Beispiel für eine Ballondilatation (PTA, Perkutane Transluminale Angioplastie):
Abbildung: Angiographie. PTA (Ballondilatation) einer Stenose der rechten Beckenarterie (Arteria iliaca communis)
.![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| A: Stenose (Pfeil) vor der Behandlung. | B+C: Durch die Leistenarterie wird ein Ballonkatheter eingeführt und die Stenose aufgedehnt. Da die rechte Leistenarterie verengt ist, erfolgt die Behandlung von der linken Leiste aus. | D: Die Arterie ist nun vollständig wiedereröffnet, die ehemals verengte (Pfeil) Stelle ist aufgedehnt. | |
Bei der Stentimplantation wird nach dem gleichen Prinzip ein Stent (Gefäßstütze) in die verengte Stelle implantiert. Der Stent verbleibt im aufgedehnten Gefäßabschnitt und wächst dort mit der Zeit in die Arterienwand ein. Eine Stentimplantation kommt zum Einsatz, wenn eine vorhergehende Ballondilatation nicht das gewünschte Ergebnis zeigt, oder als primäre Behandlung bei Verengungen oder Verschlüssen, bei denen eine Ballondilatation keinen Erfolg verspricht.
Hier ein Patienten-Beispiel für eine Stent-Implantation:
![]() |
![]() |
![]() |
| A: zuerst wurde ein Katheter durch die verschlossene Arterie geführt. | B: dann wurde ein Stent (Länge 8 cm, Durchmesser 8 mm)(offene Pfeile) implantiert. Die Arterie ist nun vollständig wiedereröffnet. | C: 7 Jahre nach Stentimplantation ist die behandelte Arterie noch immer durchgängig. |
Bei der Lyse wird nach Punktion der Leistenarterie durch einen Katheter ein Medikament in die verschlossene Arterie eingebracht, welches dort Thromben (Blutgerinnsel) auflöst und dadurch das Gefäß ganz oder teilweise wiedereröffnet. Diese Methode kommt vor allem bei frischen, also erst kürzlich aufgetretenen Gefäßverschlüssen in Betracht und wird oft mit der Ballondilatation oder der Stentimplantation kombiniert.
Mehr interessante Patienten- Beispiele für Behandlungen an Beckenarterien, Oberschenkelarterie, Kniekehlarterie und Unterschenkelarterien finden Sie auf der Seite Rekanalisation von Becken-Bein-Arterien.
Für weitere Fragen und Anliegen stehen wir Ihnen gerne über unsere Kontakt-Seite zur Verfügung.