Medizinische Einrichtungen
Radiologie
Interventionelle Radiologie
Durchblutungsstörungen der Nierenarterien
Die Nierenarterie entpringt aus dem Bauchteil der Hauptschlagader (Aorta) und versorgt die Nieren mit Blut.
Eine Stenose (Verengung) oder ein Verschluß im Bereich der Nierenarterie ist meistens durch Arteriosklerose bedingt. In seltenen Fällen kann sie im Verlauf einer Vaskulitis (Gefäßentzündung) auftreten.
Eine Minderdurchblutung der Niere führt zur Ausschüttung von Substanzen, die eine Erhöhung des Blutdrucks bewirken.
Wird die Niere wegen einer Durchblutungsstörung nicht ausreichend mit Blut, also Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, kann die Nierenfunktion beeinträchtigt werden (Niereninsuffizienz). Der Gehalt des Blutes an Stoffwechselprodukten, die über die Niere ausgeschieden werden (z. B. Harnstoff und Kreatinin) kann dann erhöht sein, insbesondere wenn beide (rechte und linke) Nieren erkrankt sind. Bei einer lang andauernden, fortgeschrittenen Erkrankung kann sich eine Schrumpfniere entwickeln.
Typisches Zeichen für eine Nierenarterienstenose ist ein starker Bluthochdruck mit Werten über 160 mmHg systolisch / 90 mmHg diastolisch, der auch mit verschiedenen Medikamenten kaum gesenkt werden kann (Fachbegriff: renale oder renovaskuläre Hypertonie).
In vielen Fällen kann eine verengte Nierenarterie mit einer Ballondilatation genügend aufgedehnt werden. Befindet sich die Stenose jedoch in der Nähe des Ursprungs der Arterie aus der Aorta, kann ein Stent notwendig sein, um die Arterie vollständig aufzudehnen. Diese in der Interventionellen Radiologie üblichen Behandlungsverfahren haben sich als primäre Behandlung von Nierenarterien-Stenosen bewährt, wenn die Niere noch nicht zu sehr geschädigt ist. Nur in seltenen Fällen muß eine Gefäßoperation durch einen Bauchschnitt erfolgen. Ist eine Niere jedoch auf Grund einer chronischen (schon lange andauernden) Durchblutungsstörung bereits funktionsunfähig und verursacht einen Bluthochdruck, muß sie meistens chirurgisch entfernt werden.
Für die Entscheidung, welches Behandlungsverfahren angemessen ist, können auch die Ergebnisse anderer Untersuchungen wie z. B. der Blutuntersuchung, Szintigraphie oder Computertomographie, hilfreich sein.
Bei den meisten Patienten kann durch die Behandlung einer Nierenarterien-Stenose der Blutdruck dann gut eingestellt werden. Bei Patienten, bei denen die Durchblutungsstörung bereits eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion verursacht hat, läßt sich durch die Behandlung der Nierenarterien-Stenose ein Fortschreiten des Nierenschadens meistens verhindern.
Die Behandlungsverfahren PTA/Ballondilatation und Stent sind im Detail beschrieben in der Rubrik Behandlungstechniken.
Hier ein Beispiel:
Patientin mit starkem Bluthochdruck bei normaler Nierenfunktion.
Behandlung: Punktion einer Leistenarterie, Ballondilatation; da die Arterie durch Ballondilatation nicht genügend aufgedehnt werden konnte, wurde ein Stent implantiert.
Nachbehandlung: Blutverdünnende Medikamente während des 3-tägigen Klinikaufenthalts. Häusliche Nachbehandlung mit Tabletten (Acetylsalicylsäure 100 mg 1 x tägl. auf Dauer).
Nach der Behandlung konnte der Blutdruck mit nur einem Medikament gut eingestellt werden.
Abbildung: Angiographie
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| A: vor der Behandlung: hochgradige Stenose (Pfeil) der rechten Nierenarterie am Abgang aus der Aorta | B: Schema der Aufdehnung der Nierenarterie mit einem Ballonkatheter | C: nach Ballondilatation (PTA) ist die Arterie noch nicht ausreichend aufgedehnt | D: durch Implantation eines Stents kann die Arterie vollständig wiedereröffnet werden. (Offene Pfeile markieren das obere und untere Ende des Stents). |
Die interventionell-radiologische Behandlung von Nierenarterienstenosen und –verschlüssen ist heute eine Routinemaßnahme in darauf spezialisierten Kliniken.