Medizinische Einrichtungen
Radiologie
Interventionelle Radiologie
Varikozele des Mannes, Beckenvenensyndrom der Frau (PCS)
Eine Varikozele ("Krampfaderbruch", Varicocele) bezeichnet die krankhafte Erweiterung, Verlängerung und krampfader-ähnliche Schlängelung der Hodenvenen und des Venengeflechts des Samenstrangs beim Mann.
Durch die Erkrankung ist die Funktion der Venen örtlich beeinträchtigt. Dies verursacht bei Jugendlichen oder jungen Männern häufig Beschwerden, wobei es zu Stauungserscheinungen mit Schwellung und Schmerz im Bereich des Hodens kommt; es kann auch zu einer Schädigung der Spermien führen und dadurch eine verminderte Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit des Mannes verursachen.
Zu den häufigsten Ursachen zählen Gefäßwandschwäche und Venenklappenschwäche, sowie angeborene individuelle anatomische Gegebenheiten. auf Grund der Anatomie des Venensystems ist meist die linke Seite betroffen.
In sehr seltenen Fällen kann ein Nierentumor die Ursache für eine Abflussstörung aus der Hodenvene sein.
Eine Varikozele, die Beschwerden verursacht und nicht auf Grund eines Tumors besteht, läßt sich in den meisten Fällen erfolgreich mit einer Verödung (Sklerosierung) der Hodenvene behandeln, sofern keine seltenen, anatomischen Abweichungen bestehen. Im Unterschied zur chirurgischen Behandlung, bei der in einer offenen Operation die Hodenvene abgebunden wird, ist die Sklerosierungstherapie ein minimal-invasiver Eingriff, der keine Narkose und keinen stationären Klinikaufenthalt erfordert und ebenso zuverlässig wirkt. Hierbei wird unter örtlicher Betäubung die Hodenvene verschlossen, und zwar vom Inneren des Blutgefäßes her mittels Einbringung eines alkoholischen Verödungsmittels, das aufgeschäumt, durch Venenwandschädigung eine Thrombose erzeugt, die zum Verschluss der erweiterten Hodenvene führt. Um den Blutfluss in einer stark erweiterten Hodenvene (mit einem Durchmesser von mehr als 6 mm) so weit zu verlangsamen, dass eine Thrombose entstehen kann, werden über den Katheter zusätzlich kleine Metallspiralen eingebracht.
Abbildung: Von der linken Leiste wird über die Leistenvene, die untere Hohlvene und die Nierenvene ein Katheter bis in die Hodenvene vorgeführt.
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| A: Phlebographie einer Varikozele vor Behandlung. Die Hodenvene (Vena spermatica), die vom Hoden kommend durch den Bauch nach oben verläuft und in die Nierenvene mündet, ist erweitert. Auch die Venen des Venengeflechts des Hodens sind erweitert und verlaufen stark geschlängelt . | B: Dann wird das Verödungsmittel eingebracht, wodurch sich die Hodenvene verschließt. Hier wurden zusätzlich kleine Metallspiralen in der Vene abgesetzt, um einen vollkommenen Verschluss zu gewährleisten. |
Der Eingriff erfolgt unter Sichtkontrolle mittels Röntgendurchleuchtung. Nach örtlicher Betäubung in der Leiste wird die unter der Haut liegende Leistenvene mit einer Kanüle (dünne Hohlnadel) punktiert. In die Vene wird dann ein Katheter (dünner Schlauch) eingeführt und über die untere Hohlvene bis in die Nierenvene vorgeschoben. Mittels Kontrastmittel wird eine Phlebographie (bildliche Darstellung des Venensystems) angefertigt, die über den individuellen anatomischen Verlauf der Hodenvene und ihrer Nebenäste Aufschluss gibt. Dann wird der Katheter in die betroffene, erweiterte Hodenvene geführt und das Verödungsmittel (alkoholische Substanz) injiziert, wodurch es nach einigen Minuten zur Thrombose (Verschluss durch Blutgerinnsel) in der Vene kommt.
Je nach Größe und Form der Hodenvene sowie der Wirksamkeit des Verödungsmittels wird in manchen Fällen das Verschließen der Vene unterstützt durch Einbringung von kleinen Metallspiralen.
Nach dem Eingriff wird über der Punktionsstelle in der Leiste ein Druckverband angelegt, um eine Blutung zu verhindern. Nach 3 Stunden Bettruhe kann der Patient nach Hause entlassen werden. Der Druckverband wird nach 12 Stunden entfernt. Nach 24 Stunden kann der Patient sich normal bewegen und wieder seiner Arbeit und Freizeitbeschäftigungen nachgehen.
Eine Kontrolluntersuchung, gegebenenfalls mit Ultraschalldarstellung, erfolgt durch den Urologen.
Die Sklerosierung einer Varikozele ist in den meisten Fällen erfolgreich. Nach Verschlus der Hodenkrampfadern wird das Blut über die regelrecht angelegten, normal verlaufenden Venenabgeleitet. Schwellung und Schmerz im Bereich des Hodens vergehen innerhalb weniger Wochen.
Für Patienten, bei denen eine Sklerosierung der Varikozele wegen anatomischer Abweichungen im Gefäßsystem nicht erfolgen kann, bleibt die chirurgische Therapie eine Option.
Chronischer Unterbauchschmerz bei Frauen, hervorgerufen durch Krampfadern der inneren Beckenvenen (meist eine Eierstocksvene), kann durch eine Phlebographie (Darstellung der Venen mittels Kontrastmittel) interventionell-radiologisch in einem ambulanten Eingriff behandelt werden. Dabei wird in einem minimal-invasiven Verfahren über einen in die Leistenvene eingeführten dünnen Katheter die erweiterte und gestaute Vene bzw. das Venengeflecht durch ein Verödungsmittel (Sklerosierungsmittel) und zusätzliche kleine Embolisationsspiralen gewollt verschlossen.
Details zum Krankheitsbild und zur Behandlung finden Sie auf der Seite Behandlung des Beckenvenensyndroms der Frau.Phlebogramm des kleinen Beckens einer Patientin mit Beckenvenensyndrom.
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| A: Vor Sklerosierung. Stark geschlängelt verlaufende, erweiterte und gestaute Venen (Krampfadern) im Bereich der inneren Geschlechtsorgane, mit einer Verbindung zwischen linker und rechter Seite, und auf der linken Seite hinunterreichend in die Scheide. | B: Nach Sklerosierung der linken Vena ovarica (Eierstocksvene) mit Alkoholschaum und Metallspiralen. Die Beckenkrampfadern sind verschlossen und stellen sich im Phlebogramm nicht mehr dar. |
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