Gefäßmedizin ist spannend!
Transparenz der Entscheidungen, Therapien und Erfolgskontrolle
Es geht nicht um eine „Neuerfindung“ der Gefäßchirurgie, sondern um eine transparente Entscheidung über die für den jeweiligen Patienten beste Therapieform. Diese kann operativ oder zunehmend interventionell oder auch konservativ/medikamentös ausfallen.
Hybrid-Verfahren
Zukünftig werden die Therapieverfahren auch kombiniert in so genannten „Hybrid-Eingriffen“ angewandt, auch als „Combined Procedures“ bekannt. Beispielsweise wird in einer Sitzung gleichzeitig die Beinarterien-Stenose in der Leiste operativ saniert und eine vorgeschaltete Stenose im Beckenbereich oder peripher im Oberschenkelbereich mittels intraoperativer Ballon-Angioplastie beseitigt. Neben der Transparenz in der gemeinsamen Entscheidungsfindung ist die Erfolgskontrolle Teil des maßgeschneiderten Konzeptes. Hierzu gehört auch die enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit den niedergelassenen Kollegen.
Abfolge der Diagnose- und Behandlungsschritte
Die gleiche Transparenz im Behandlungskonzept sollte eine dem einzelnen Patienten angepasste Abfolge der Behandlungsschritte ermöglichen. So kann beim älteren Patienten zunächst interventionell der Einstrom beider Beckenschlagadern verbessert werden, um nach entsprechender Vorbereitung eine zügige Bypass-Implantation der Gegenseite sicher zu stellen.
Geplantes Gefäßzentrum an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
Für das Gelingen eines Gefässzentrums entscheidend sind allseits verfügbare Informationen für alle Beteiligten, d.h. interventionell tätigen Radiologen wie Gefässchirurgen und angiologisch versierten Internisten sowie klar geregelte Kompetenzen und Entscheidungsgremien. Damit ist zu jedem Zeitpunkt gewährleistet, das optimale Behandlungskonzept im Sinne des Patienten zu finden.
Apparative Ausstattung
Aktuell ist die Anschaffung eines an das im Hause installierte PACS angebundenen mobilen C-Bogens (Ziehm Vision R) im Gefäss-OP vorgesehen. Hiermit können sowohl offene Ballon-Angioplastien inkl. Stentgraft-Implantationen im OP als auch kombinierte Verfahren zur Anwendung kommen. So ist die sofort und überall im Hause zur Verfügung stehende bildliche Information Grundlage für die notwendige Behandlungssicherheit der Patienten. Ferner sind eine angiologische Mess-Station sowie ein Doppler-Flowmessgerät zur prä-, intra- und postoperativen Befundung geplant.
Ausblick
Mit dem Konzept der interdisziplinären Behandlgunspfade bleibt die Gefäßmedizin im Hause anpassungsfähig an die aktuellen Entwicklungen. Da das gesamte Spektrum an konservativen, interventionellen und operativen Verfahren auch in der Ausbildung vermittelt wird, ist auch zukünftig für die notwendige Qualität und Flexibilität gesorgt, unabhängig von der gerade geläufigen Behandlungsform einer Gefäßläsion. Durch die klassische gefäßchirurgische Ausbildung werden die zunehmenden korrekturbedürftigen postinterventionellen Befunde ebenfalls sicher beherrscht. Gegenseitige Kontrolle im Sinne der Optimierung der individuellen Behandlung erfordert eine offene Kommunikation der kurz- und langfristigen Ergebnisse.
Dr. P. K. Modic, Sektionsleiter an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie