frau oertel

Leitende Logopädin:
Antje Oertel
Tel.: 0721 / 889-3219

 

 

 

 


Bei Patienten jeden Alters können Sprachstörungen auftreten. Ebenso Sprech-, Stimm- oder Schluckstörungen. Sie werden von Logopäden behandelt.

Eine Sprachstörung liegt vor, wenn beim Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben auffällige Schwierigkeiten vorkommen. Sprachstörungen können nach einem Schlaganfall entstehen oder auch bei Demenz. Hat ein Patient Schwierigkeiten, sich verständlich auszudrücken oder ist sein Sprechen abgehackt und vielleicht die Stimme verändert, so handelt es sich um eine Sprechstörung. Patienten mit Sprach- und Sprechstörungen erhalten logopädische Einzelbehandlungen oder Gruppenbehandlungen. Das Ziel ist, sich in ihrer Umgebung wieder gut verständigen zu können. Daher steht der Alltagsbezug im Vordergrund.

Schluckstörungen sind schwere Erkrankungen. Sie können zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Die Behandlung erfolgt stets als Einzelbehandlung im Team in enger Zusammenarbeit mit Ärzten und Pflegepersonal, mit dem Ernährungsteam und weiteren Therapeuten. Wichtig ist einerseits die Sicherheit der Patienten beim Schlucken. Andererseits spielt ein möglichst ansprechendes, abwechslungsreiches und gesundes Essen eine entscheidende Rolle.

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Team Logopädie (von links: Frau Oertel, Frau Geschwandner, Frau Wuttke, Frau Leick)

Zusatzqualifikationen

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Das Team Logopädie bietet eine Reihe von Zusatzqualifikationen, die bei Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörungen zahlreiche Therapieverfahren ausbreiten. Dazu gehören die FDT (funktionelle Dysphagietherapie), die FOTT (Therapie des Facio-Oralen Trakts), das Bobath-Konzept, die PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation), das Trachealkanülen-Management, LSVT (Lee Silverman Voice Treatment) für Patienten mit Parkinson, Musiktherapie, MODAK (Modalitätenaktivierung in der Therapie von Aphasien), TAKTKIN (Kinästhetische Stimulationsmethode bei Sprechstörungen) sowie die Zercur Geriatrie.

Arbeitsgebiet

Die Einsatzbereiche des Teams Logopädie sind die Klinik für Rehabilitative Geriatrie, die Ambulante Geriatrische Rehabilitation und die Ambulanz.

Aufgaben der Logopädie

Die jeweiligen Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen zu diagnostizieren und zu behandeln, ist Hauptaufgabe der Logopädie. Hinzu kommen die Kostempfehlung bei Schluckstörungen sowie die Angehörigenberatung. Es wird mit Selbsthilfegruppen zusammengearbeitet und die logopädische Weiterversorgung geplant.

Diagnostikmöglichkeiten

Um die genannten Störungen zu diagnostizieren, wird zum einen die klinische Befunderhebung genutzt, zum anderen werden bei Sprach- und Sprechstörungen verschiedene Tests durchgeführt und ausgewertet (AAT, AST, ACL, Frenchay-Dysarthrieuntersuchung). Weitere Möglichkeiten sind die Differentialdiagnostik zu Demenzen (Demenzscreening nach Gutzmann) oder das Schluckscreening nach Daniels, Auskultation (Abhören von Geräuschen des Körperinneren) bei Schluckstörungen. Bei apparativen Schluckuntersuchungen werden Röntgen-Kinematographie oder FEES (HNO) genutzt. Darüber hinaus ist stets eine weiterführende Diagnostik durch Fachärzte und Fachabteilungen im Hause (z.B. HNO, Phoniatrie) möglich.

Behandlungsformen

In der Akutklinik – insbesondere im Geriatrischen Zentrum Karlsruhe – wird diagnostiziert und beraten. In der Akutgeriatrie findet ausschließlich Einzelbehandlung statt. Einzelbehandlung und zusätzliche Gruppenangebote (Gesprächsgruppe, Stimmgruppe, Entspannungsgruppe) gibt es in der Klinik für Rehabilitative Geriatrie und in der Ambulanten Geriatrischen Rehabilitation.

In Zusammenarbeit mit Ärzten, Personal der Pflege und Physio- und Ergotherapie werden für die Patienten individuell erstellte Behandlungskonzepte erarbeitet und umgesetzt.

Behandlungsangebot

Bei Sprachstörungen (Aphasie) und Sprachabbau bei Demenz erhalten Patienten in der Regel täglich Einzeltherapie. Es wird am Verstehen und Sprechen gearbeitet, gezielt auch an der Verständigung im Alltag. Außerdem wird das Schreiben und Lesen im Alltagsbezug mit eingesetzt, sofern dies für den jeweiligen Patienten sinnvoll ist – beispielweise kann in der Therapie ein Einkaufszettel oder eine Liste mit den Namen der Enkelkinder erstellt werden. Bei leichteren Schwierigkeiten können die Patienten auch an einer der Gesprächsgruppen teilnehmen. Wenn möglich, werden die Angehörigen angeleitet, wie sie die Verständigung im Alltag am besten meistern können.

Zu den angewandten Behandlungsmethoden gehören hier alle klassischen Konzepte (PACE, MODAK, NAT etc.), eine alltagsorientierte Behandlung. Spezifische Störungen nach Schlaganfall werden nach linguistischem Ansatz therapiert. Vorrangiges Therapie-Ziel ist, die Verständigung zu erleichtern, damit Patienten Alltag teilhaben können.

Bei Sprechstörungen (Dysarthrophonie und Sprechapraxie) werden Patienten drei bis fünf Mal wöchentlich behandelt, in der Regel in Einzeltherapie. Einige Patienten können nach Anleitung zusätzlich selbst üben. Bei ausgeprägten Schwierigkeiten werden auch die Angehörigen angeleitet, wie sie dem Betroffenen die Verständigung erleichtern können.

Dabei werden hier sprachliche und körperorientierte Behandlungsmethoden angewandt wie zum Beispiel das Einsetzen von Armbewegungen zur Verstärkung der Stimmkraft. Auch werden Kompensationsstrategien eingeübt. Verwendet werden weitere Methoden wie LSVT für Parkinson-Patienten, TAKTKIN bei Sprechapraxie, manuelle Stimmtherapie, Kräftigungsübungen für Stimme, Zunge und Mimik.

Bei Schluckstörungen übt der Patient bestimmte Verhaltensweisen zur Verbesserung des Schluckens. Dazu gehören zum Beispiel das Trennen von Essen und Trinken oder eine Haltungsänderung beim Schlucken. Ein versehentliches Verschlucken von Nahrung in die Luftröhre, was eine Bronchitis oder Lungenentzündung nach sich ziehen kann, soll verhindert werden. Patienten und Angehörige werden über Risiken aufgeklärt. Zudem wird für eine Ernährung gesorgt, die nicht gefährdet. Hierbei sind auch die Nährstoffe und der Geschmack mit im Blick.

Je nach Schweregrad der Störung werden spezielle Schluckkostformen angewandt, die Motorik und Sensibilität geschult. Weitere Behandlungsmethoden sind aktive Übungen und passive Stimulation innerhalb der FOTT (Therapie des Facio-Oralen Trakts) und der FDT (Funktionelle Dysphagietherapie).