Dysplasiesprechstunde in der Frauenklinik

Termin in der Dysplasie-Sprechstunde - wozu?

Krebsvorsorgeuntersuchungen werden in Deutschland jährlich einmal allen Frauen ab dem 20. Lebensjahr angeboten. Im Rahmen dieser Untersuchung wird unter anderem nach Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses gesucht.

Die Frauenärztin oder der Frauenarzt entnimmt während einer gynäkologischen Untersuchung einen Zellabstrich vom Muttermund und dem Gebärmutterhalskanal. Die Beurteilung des Zellabstriches erfolgt durch einen Zytologen (Zellexperte).

Manchmal finden sich im gynäkologischen Zellabstrich Vergrößerungen des Zellkernes. Ursächlich dafür kann eine Entzündung des weiblichen Genitales sein, aber auch eine Frühform der Krebsvorstufen am Gebärmutterhals. Diese Veränderungen des Zellkernes nennt man bei Krebsvorstufen Dysplasien.

Seit vielen Jahren wird der gynäkologische Zellabstrich nach sog. Pap-Gruppen beurteilt (Papanicolaou war der Entdecker der Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses).
Es gibt folgende Einteilung: Pap I/II, II w, III, III D, IV a, IV b, V. Ab Pap III D besteht der Verdacht auf Vorliegen einer Krebsvorstufe.

Normale Zellen (Plattenepithelien) im Krebsvorsorgeabstrich des Gebärmutterhalses, Pap I

Veränderte Zellen (Plattenepithelien) bei Pap III D

Veränderte Zellen (Plattenepithelien) bei Pap IV a


Aber nicht nur die Zelldiagnostik dient der Krebsvorsorgeuntersuchung, sondern auch die sog. Kolposkopie.
Mit einer speziellen Vergrößerungsoptik kann während der gynäkologischen Untersuchung die Schleimhautoberfläche des Muttermundes speziell auf Veränderungen begutachtet werden.

Eines der Kolposkope der Frauenklinik im Diakonissenkrankenhaus


Falls erforderlich ist es möglich unter kolposkopischer Sicht Gewebeproben vom Muttermund zu entnehmen. Dazu reicht nahezu immer die örtliche Betäubung aus.
Die Untersuchung der entnommenen Gewebeprobe(Histologie) dient der endgültigen Bestätigung des zytologischen oder kolposkopischen Befundes.

Kolposkopische Darstellung eines normalen Muttermundes in der Geschlechtsreife

Muttermund mit auffälligem kolposkopischem Befund, Krebsvorstufe möglich

Kolposkopischer Befund des Muttermundes bei beginnendem Gebärmutterhalskrebs


Die Dysplasiesprechstunde unserer Frauenklinik wird für Frauen angeboten, die ein auffälliges Abstrichergebnis bei der Krebsvorsorgeuntersuchung haben (z.B. Pap II w, III, III D, IV, V). Oft ist außerdem ein Test auf Humane Papillomviren (HPV) der Hochrisiko-Gruppe im Abstrich positiv.

Während des Sprechstunden-Termines werden Kolposkopie, Zellabstrich für das klinikeigene zytologische Labor und häufig auch Gewebeprobenentnahme vom Gebärmutterhals durchgeführt. Alle Befunde sowie insbesondere weitere geplante Maßnahmen (z.B. Konisation) werden mit den betroffenen Frauen ausführlich besprochen.

Die Anmeldung zur Dysplasiesprechstunde ist über das Sekretariat der Frauenklinik unter der Telefonnummer 0721/889-2347 möglich. Wir empfehlen schriftliche Vorbefunde ? sofern vorhanden ? mitzubringen.


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