Bereich für Palliativmedizin

Aufgabe der Palliativmedizin ist es, schwerstkranken Menschen und ihren Angehörigen Unterstützung anzubieten. Der Bedarf für eine solche Betreuung in Deutschland ist hoch. Für den stationären Bereich wird er von Wissenschaftlern auf 25 bis 35 Betten pro eine Million Einwohner geschätzt. In Baden-Württemberg gibt es bisher nur drei Palliativbetten pro eine Million Einwohner. Im Diakonissenkrankenhaus steht seit August 2004 ein Palliativbereich zur Verfügung, der mit drei Einzelzimmern innerhalb einer Akutstation pallativmedizinische Betreuung anbietet.
Es gilt, die Palliativmedizin und die Sterbebegleitung zu fördern, um der Euthanasie zu wehren. Ausgangspunkt war der Wunsch, die Situation von schwer onkologisch Erkrankten und ihren Angehörigen im Krankenhaus zu verbessern. Hierzu hat sich im Diakonissenkrankenhaus schon im Jahr 2002 eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zusammengefunden. Sie entwickelte für das Haus das Handbuch "Sterbende begleiten" und das Konzept für den Palliativbereich.

Innerhalb einer Akutstation gibt es drei Einzelzimmer für Palliativpatienten, zwei davon werden durch einen Wohn- und Schlafraum mit bequemer Sitzecke, Kochnische, Fernseher und Radio verbunden, der von Angehörigen als Rückzugs- und Übernachtungsmöglichkeit genutzt werden kann. Es besteht dort die Möglichkeit, die Türen des Wohnraumes nach beiden Seiten zu den anliegenden Krankenzimmern zu öffnen, so dass eine Hör- und Rufbereitschaft herzustellen ist.

Ziel ist es, eine häusliche, wohnliche Atmosphäre zu schaffen und so Aufenthalte von Begleitpersonen zu ermöglichen und integriert zu betreuen. Therapeutisch wird vor allem die medizinisch hoch entwickelte Schmerztherapie angewandt. Besonders einbezogen werden auch die Krankenhausseelsorge und der Sozialdienst. Sowohl das ärztliche wie auch das pflegerische Personal haben Fachweiterbildungen in Palliativ- und Hospizmedizin oder einen Palliativ Care Kurs absolviert.

Das Projekt wird ohne öffentliche Fördermittel finanziert. Es wurde und wird von Spendern unterstützt, denen das Diakonissenkrankenhaus ganz herzlich dankt. Auch in Zukunft werden zusätzliche finanzielle Mittel notwendig sein, da eine qualitativ gute palliativmedizinische Versorgung durch die Fallpauschalen nicht automatisch gesichert ist.



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