Christliches Krankenhaus: Mehr als Medizin!
Die Seele ist das Vitale am Menschen, so Professor Dr. Klaus Engelhardt, Landesbischof i.R., zu Beginn seines Vortrages an der Veranstaltung am 14. September 2001, zu der die Krankenhausseelsorge eingeladen hatte. Im Alten Testament bedeutet das Wort für Seele auch Rachen, - der Rachen, mit dem wir Menschen luftholen.
Wenn ein christliches Krankenhaus auch für die Seele sorgen will, dann geht es dabei immer um die unverwechselbare Persönlichkeit des Menschen. Eine Krankheitsgeschichte ist immer auch Lebensgeschichte, so Professor Engelhard.
Er nannte drei Aspekte, die es einem christlichen Krankenhaus in der gegenwärtigen Situation erschweren, diese Aufgabe zu erfüllen. Da ist zum einen der immense Fortschritt. Können, müssen wir immer alles tun, was wir tun können? Es gibt auch ein Recht auf Nichtwissen, ein Recht auf Verweigerung einer Untersuchung für den Patienten. Auf der anderen Seite geschieht eine Tribunalisierung der Medizin, so dass besonders auf dem ärztlichen Tun ein enormer Druck lastet. Manche Menschen haben die Vorstellung, dass alles machbar, bekämpfbar ist. Ein christliches Krankenhaus hat die Aufgabe sowohl dem Bekämpfen jedes Sterbens als auch der Sterbehilfe zu widerstehen. Als dritten Punkt nannte Engelhard den Kostendruck im Gesundheitswesen. "Du stellst meine Füssse auf eine weiten Raum." Dieser Psalmspruch kann ein Trost und eine Zusage für Mitarbeitende unter Zeitdruck sein. Raum für den nächsten kleinen Schritt in mitten des Drucks.
Der Spannungsbogen, in dem Mitarbeitende im Krankenhaus stehen, war dann auch mit ein Schwerpunkt, in der sich anschließenden Podiumsdiskussion, die Pfarrer Dr. Helmut Schmidt, Krankenhausseelsorger i.R. moderierte. Immer weniger Zeit für immer mehr Patienten, so skizzierte Privatdozent Dr. Jürgen Husfeld, ärztlicher Direktor, die Arbeitssituation. Dr. Dietmar Köhrer, Verwaltungsdirektor, betonte, dass ein christliches Krankenhaus unter den gleichen erschwerten gesellschaftlichen Bedingungen arbeiten muss wie andere und dass die medizinische Versorgung genauso gut sein muss. Aber die Haltung christlicher Mitarbeitenden zu den Lebensfragen von Patienten sei eine andere. Jürgen Schnebel, Pflegedirektor, drückte dies so aus: "Eigentlich gibt es nicht das christliche Krankenhaus, sondern nur christliche Mitarbeiter, die so den christlichen Glauben in den Alltag übertragen." Gerade die Führungskräfte seien hier in ihrer Verantwortung für die Prägung des Hauses gefragt. Dass die Kundenzufriedenheit für eine Organisation, die sich um den Menschen kümmert, an erster Stelle stehen muss, unterstrich Unternehmensberater Dieter Körber, Bad Homburg. Ullrich Eidenmüller, Bürgermeister der Stadt Karlsruhe, brachte zum Ausdruck, dass der Anspruch "für die Seele zu sorgen" auch für kommunale Krankenhäuser zu erfüllen ist. Dem "Diak" bescheinigte er, in Karlsruhe und Umgebung einen guten Ruf zu haben und sich in den 150 Jahren für die Gesundheitsversorgung verdient gemacht zu haben.
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