Qualitätsmanagement

Das Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr ist Mitglied im Verein Qualitätsindikatoren für Kirchliche Krankenhäuser - QKK e. V. Der QKK e. V. unterstützt kirchliche Krankenhäuser bei der Anwendung von Qualitätsindikatoren und ihrer Nutzung zur Verbesserung der Behandlungsqualität. Als christliches Krankenhaus legen wir besonderen Wert auf die Versorgungsqualität von schutzbedürftigen Patienten.
Wir vergleichen unsere Qualitätsergebnisse regelmäßig mit denen anderer Kliniken und nehmen an einem Verfahren zur Überprüfung und Verbesserung der eigenen Behandlungsprozesse durch ausgewiesene Experten aus anderen Kliniken (Peer Review-Verfahren) teil. Als Teil unseres Selbstverständnisses ist uns die ständige Weiterentwicklung unserer Behandlungsqualität wichtig. Sie sind es uns wert.

Informationen zur Qualitätsarbeit im QKK e. V. finden Sie hier: http://www.qkk-online.de

Neugestaltung des Eingangsbereiches des Krankenhauses

Es stand eine Neugestaltung des Eingangsbereiches an. Für das neue Konzept wurde der Ist-Zustand erhoben und die Anforderungen wurden formuliert. Die Zugangssituation sollte umfassend behindertengerecht, der Empfangsbereich in einer einladenden und freundlichen Atmosphäre gestaltet werden. Der Arbeitsbereich der Mitarbeitenden sollte umstrukturiert, ein Raum für vertrauliche Gespräche sowie Stauräume geschaffen werden. Weiter sollte der Zugang zur chirurgischen und internistischen Ambulanz erneuert werden. Zur Erstellung und Umsetzung der Konzeption fanden interdisziplinäre Besprechungen statt, um die betroffenen Bereich mit einzubeziehen. In der Umsetzung wurden im Außenbereich ein zusätzlicher Treppenaufgang und ein Aufzug geschaffen.

Eingangsbereich Im Eingangsbereich wurde die Grundfläche um 80 qm erweitert und innenliegende Räume wurden aufgelöst, so dass Patienten und Besucher ein heller Raum mit viel Licht erwartet. Hinter einer geschwungenen Theke befindet sich die Krankenhausinformation. Dieser Arbeitsplatz wurde konsequent patientenorientiert gestaltet. In einem Gesprächszimmer im hinteren Teil sind ungestörte Gespräche mit Besuchern möglich.

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Alle für den Pfortenbereich notwendigen Geräte zur Gebäudeleittechnik konnten optimal untergebracht werden. Der Zugang zur chirurgischen und internistischen Ambulanz wurde entsprechend der Gesamtkonzeption des Bereiches umgebaut. Das Foyer wurde modern mit Sitzmöglichkeiten, Telefon, Schließfächern und einem Bankautomaten ausgestattet. Kofferkulis und Rollstühle stehen zur Verfügung. Ende 2006 wurde der Bereich eingeweiht.

Verbesserung Öffentlichkeitsarbeit in der Geburtshilfe

Es wurde eine Marketingfirma beauftragt, eine Analyse der Situation durchzuführen und ein Marketingkonzept für die geburtshilfliche Abteilung der Frauenklinik zu erstellen. Dabei wurden sowohl der Standort und das Umfeld sowie die bestehenden Maßnahmen und Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit untersucht. Die Analyse und die empfohlenen Maßnahmen und Umgestaltungen wurden im interdisziplinären Team aus ärztlichem Dienst, Hebammen, Pflegekräften und Verwaltung vorgestellt und besprochen. Im Zuge der Umsetzung des neuen Konzeptes wurden dann z. B. der monatlich stattfindende Informationsabend für werdende Eltern neu gestaltet, eine umfangreiche Broschüre über alle Angebote „Rund um die Geburt“ im Haus wurde erstellt und an niedergelassene Praxen verschickt. Es fanden Fortbildungen für Arzthelferinnen und freie Hebammen statt. Eine Geschwisterschule wurde begonnen.

Einführung des Expertenstandard Sturzprophylaxe

Die Arbeitsgruppe Qualitätssicherung in der Pflege erarbeitete auf der Grundlage des „Expertenstandard Sturzprophylaxe“ zu diesem Thema einen Standard für das Haus, der in die hauseigenen Abläufe eingebunden werden sollte. Ziel ist die Förderung eines sicheren Bewegungsablaufes und die Minimierung des Sturzrisikos sowie die Vermeidung von Folgeschäden. Vor der allgemeinen Einführung wurde er auf einer internistischen Station erprobt. Die Erfahrungen wurden in die endgültige Fassung des Standards eingearbeitet. Zur verbindlichen Einführung auf allen Stationen fanden zwei Fortbildungen statt. Der Standard ist nun in allen Bereichen eingeführt. Es werden Sturzereignissprotokolle angelegt, die erfasst und ausgewertet werden. Die Ergebnisse und notwendige Verbesserungsmaßnahmen werden den Stationen mitgeteilt. Nach einer ersten Auswertung der Anwendung des Standards kann gesagt werden, dass er sich im Alltag bewährt.

Verbesserung der Wundbehandlung

Zur Verbesserung der Wundbehandlungen wurden verschiedene Maßnahmen geplant und umgesetzt. Es wurden Spezialmatrazen zur Vermeidung von Dekubitalulcera sowie Lagerungshilfsmittel wie Fersenschützer angeschafft. Zwei Pflegekräfte machten eine Weiterbildung zur Wundexpertin und stehen nun beratend und begleitend allen Stationen zur Verfügung. Eine umfassende Orientierungshilfe zur Wundbeschreibung wurde erstellt mit dem Ziel, eine einheitliche Dokumentation für das gesamte Krankenhaus sowie eine entsprechende vergleichbare Beurteilung von Wunden zu erreichen. Damit wird auch die gleichbleibende Qualität der Wundbeschreibung und ihre Nachvollziehbarkeit sichergestellt. Es wurde der Standard Fotodokumentation implementiert und die benötigten Digitalkameras angeschafft. Zur Erstellung eines Wundstandards hat eine eigene Projektgruppe ihre Arbeit aufgenommen.

Weiterentwicklung Arbeit des Ernährungsteams

Im Haus arbeitet seit 2004 ein Ernährungsteam aus Mitarbeitenden unterschiedlicher Berufsgruppen mit dem Ziel einer optimierten Ernährungsbetreuung der Krankenhauspatienten. Zum Team gehören die Chefärztin des Geriatrischen Zentrums als Leiterin sowie eine Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie, beide mit der Weiterbildung Ernährungsmedizin DGE, ein Apotheker, die Diabetesfachkraft, die Leiterin der Diätküche, eine Diätassistentin und die Assistentin der Pflegedirektion.
Das Team hat das Ernährungshandbuch überarbeitet und mit neuen Ernährungsempfehlungen ergänzt. Es wurde ein geregeltes Konsilwesen für Ernährungsberatungen eingeführt. Ein Ablaufplan für ein Ernährungskonsil liegt vor. Das Formblatt für Ernährungsempfehlungen wurde neu erstellt und das Team gibt regelmäßige Informationen an die Stationen heraus. Die Stelle der Diabetesfachkraft wurde aufgestockt, um mehr Kapazität für Beratungen zu haben und die Diabetesschulungen wurden neu strukturiert. Es wurde ein eigenes Zimmer für Beratungen eingerichtet.

Festlegung für ein neues Krankenhausinformationssystem

Im Jahr 2005 fiel der Beschluss zur Umstellung auf ein neues Krankenhausinformationssystem (KIS). Das Projekt zur Auswahl des neuen Systems begann mit einer EDV-Befragung (ca. 25 Interviews von 30 Minuten) durch die Beraterfirma für diesen Prozess in den verschiedenen Abteilungen des Krankenhauses, um die aktuelle Situation der EDV-Lösung zur erfassen. Es wurde eine Projektlenkungsgruppe gebildet, der die Ergebnisse der Befragung präsentiert wurden. In der Lenkungsgruppe waren Mitglieder aus Verwaltungsrat, Vorstand, Krankenhausleitung, Verwaltung und EDV vertreten. Darüber hinaus wurden 10 Teilprojektgruppen eingerichtet: Medizin und Pflege, OP und Anästhesie, Labor, Radiologie, Funktionsbereiche und Schreibdienst, Patientenabrechnung, Controlling, Einkauf und Apotheke, Buchhaltung, EDV. Es wurden Mitarbeitende aus möglichst allen Bereichen ausgewählt. Projektleiter war der Leiter der EDV-Abteilung. Die Teilprojektgruppen definierten von ihrem Arbeitsfeld her die Anforderungen für das neue KIS. Hierzu fanden Workshops statt. Der Anforderungskatalog wurde erarbeitet und von den Leitern der Teilprojektgruppen verabschiedet. Er diente zur Ausschreibung für die EDV-Anbieter. Die Lösungen wurden vor den Mitgliedern der Projektgruppen präsentiert. Besuche bei Referenzhäusern schlossen sich an. Nach eingehenden Beratungen und Vorbereitungen durch die Projektlenkungsgruppe wurde im Verwaltungsrat die Entscheidung für das neue KIS getroffen. Zur Umsetzung des KIS 2007 werden die Teilprojektgruppen wieder begleitend einbezogen.

Projekt Palliativ- und Hospizmedizin

Projektgruppe: Pflegedirektor und Krankenhausseelsorger als Leitung, zwei Pflegekräfte, zwei Ärztinnen
Ziel: Palliativmedizin und Hospizgedanken fördern sowie Umsetzung des Palliativbereich begleiten

Wohnzimmer Die Gruppe arbeitete in zwei Abschnitten. Im Zeitraum von September 2002 bis März 2003 wurde ein Konzept für den Palliativbereich erarbeitet und von Ende 2003 bis Ende 2004 wurde es in der Umsetzung begleitet.
Innerhalb einer Akutstation sind drei Einzelzimmer für Palliativpatienten entstanden sowie einen Wohn- und Schlafraum für Angehörige. Die Umsetzung des Konzeptes in Bezug auf Fortbildung und interdisziplinäre Betreuung geschah ebenso mit der Projektgruppe.

Zielorientierte Mitarbeitergespräche

Arbeitsgruppe: Krankenhausseelsorger und Qualitätsmanagerin als Leitung, Arzt, Pflegekraft, Mitarbeiterin Personalabteilung
Ziel: Begleitung der Einführung der Mitarbeitergespräche, mit denen die Qualifikation und Motivation der Mitarbeitenden verbessert werden soll.

Schaubild Die Gruppe, die auch das Konzept erarbeitet hat, begleitet die Einführung 2004/2005 durch die Planung der notwendigen Schulungen für die Gesprächsführenden, durch Informationsveranstaltungen und Befragungen, die Aufschluss über Erfahrungen aus den Gesprächen gaben und so eine Bewertung des Verlaufes ermöglichen.

Patientensicherheit ist ein Thema, dass uns im Diakonissenkrankenhaus ganz besonders am Herzen liegt.

Zwischenfälle in der Medizin geschehen häufig. 60% der Ursachen liegen bei den sogenannten Human Factors, also dem menschlichen Handeln an sich. Glaubt man dem Gutachten des Sachverständigenrats für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen (März 2003), so werden Schätzungen laut, dass pro Jahr in der Bundesrepublik Deutschland 30.000-80.000 Todesfälle aufgrund von Fehlern in der Medizin zu beklagen sind.
Damit diese Zahlen und die Auftrittswahrscheinlichkeit dieser weiter deutlich gesenkt werden kann, geht das Diakonissenkrankenhaus seit mehreren Jahren einen sehr innovativen Weg. Mit Einführung eines „Team-Time-Out" im Herbst 2010 das vor Beginn einer jeden Operation durchgeführt wird - wird sich u.a. kurz vor dem eigentlichen Operationsbeginn vergewissert, ob es sich um den richtigen Patienten handelt, Allergien bestehen und die richtige Operationsseite bekannt ist. Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit, einen falschen Patienten zu behandeln oder auf der falschen Seite zu operieren, fast auf Null gesenkt werden.
Einen weiteren Meilenstein in der Patientensicherheit setzte das Diakonissenkrankenhaus mit der Einführung von Patientenarmbändern im Jahr 2009 zur persönlichen Identifikation unserer Patienten.
Um unsere Fehlerkultur weiterhin auszubauen, nutzen wir seit 01.01.2014 ein interdisziplinäres Ereignis-Meldesystem („Incident Reporting System") am Diakonissenkrankenhaus, das PaSIS-System - www.pasis.de (Patienten-Sicherheits und Informations-System). Dieses System wird vom Tübinger-Patienten-Sicherheits- und Simulationszentrum – TüPASS – betrieben. Mit der Einführung von PaSIS werden zusätzlich auch die gesetzlichen Anforderungen, die das aktuelle Patientenrechtegesetz für das Jahr 2014 fordert, erfüllt.
Die Informationen aus den Fallmeldungen, die wir durch das PaSIS System erhalten, werden nach Eingang an unserer Klinik strukturiert durch die PaSIS-Beauftragten (Anästhesie, Chirurgie, Apotheke, Labor etc.) bearbeitet. Schlussendlich werden nachhaltige Umsetzungsmaßnahmen, die zur Senkung der Wiederauftrittswahrscheinlichkeit von Zwischenfällen und Erhöhung der Patientensicherheit führen, etabliert.

schorppStabsstelle QM
Ariela Schorpp
Tel.: 0721 / 889-2362
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Grundlegendes Ziel unseres Hauses ist die kontinuierliche Qualitätsverbesserung in allen Bereichen, um die Zufriedenheit der Patienten und Mitarbeitenden zu erhöhen. Wir verändern deshalb kontinuierlich unsere Abläufe zu patienten- und kundenorientierten Prozessen und sind ständig dabei, das Potential zur Vereinfachung, Effektivität und Effizienzsteigerung weiter auszuschöpfen, um auch künftig hochwertige medizinische Versorgung, Pflege und Behandlung von kranken Menschen im christlichen Glauben und in tätiger Nächstenliebe bei den schwierigen Anforderungen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Gegebenheiten zu gewährleisten.

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Als Nachweis der Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit unseres Qualitätsmanagement-Systems sind wir im April 2004 als erstes Haus in der Region nach KTQ® (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen) zertifiziert worden. Im Jahr 2007 erfolgte eine erneute Überprüfung durch KTQ, die wiederum erfolgreich zur Vergabe des Qualitätszertifikates führte. Im Frühjahr 2010 wurde das Diakonissenkrankenhaus zum zweiten Mal erfolgreich rezertifiziert – mit der Besonderheit, dass diesmal unser Haus nicht nur nach KTQ, sondern auch nach proCum Cert (pCC) zertifiziert wurde. pCC ist eine Zertifizierungsgesellschaft in konfessioneller Trägerschaft, die sich die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität vor allem in kirchlichen Krankenhäusern zur Aufgabe gemacht hat. Für diese Fremdbewertung nach KTQ/pCC wurde wieder – wie schon in der Vergangenheit – ein umfangreicher Selbstbewertungsbericht verfasst, in dem die Arbeit des Hauses gemäß der Kriterien nach KTQ/pCC dargestellt wurde.

Im September 2013 wurde dem Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr zum vierten Mal nach einer erfolgreichen Rezertifizierung das KTQ-Siegel überreicht. Auch diesmal ergab der Selbstbewertungsbericht ein umfassendes Bild des Krankenhauses, da wieder die Themen Patientenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Sicherheit im Krankenhaus, Information, Krankenhausführung und Qualitätsmanagement ausführlich behandelt worden waren.

 

Neu3 KTQ-Logo-Zertifikat 600ppi

Das Diakonissenkrankenhaus ist zertifiziert nach Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ).



Organigramm des Internen Qualitätsmanagement-Systems

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Qualitätsberichte nach § 137 SGB V


Zertifizierung nach KTQ