Patientensicherheit ist ein Thema, dass uns im Diakonissenkrankenhaus ganz besonders am Herzen liegt.

Zwischenfälle in der Medizin geschehen häufig. 60% der Ursachen liegen bei den sogenannten Human Factors, also dem menschlichen Handeln an sich. Glaubt man dem Gutachten des Sachverständigenrats für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen (März 2003), so werden Schätzungen laut, dass pro Jahr in der Bundesrepublik Deutschland 30.000-80.000 Todesfälle aufgrund von Fehlern in der Medizin zu beklagen sind.
Damit diese Zahlen und die Auftrittswahrscheinlichkeit dieser weiter deutlich gesenkt werden kann, geht das Diakonissenkrankenhaus seit mehreren Jahren einen sehr innovativen Weg. Mit Einführung eines „Team-Time-Out" im Herbst 2010 das vor Beginn einer jeden Operation durchgeführt wird - wird sich u.a. kurz vor dem eigentlichen Operationsbeginn vergewissert, ob es sich um den richtigen Patienten handelt, Allergien bestehen und die richtige Operationsseite bekannt ist. Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit, einen falschen Patienten zu behandeln oder auf der falschen Seite zu operieren, fast auf Null gesenkt werden.
Einen weiteren Meilenstein in der Patientensicherheit setzte das Diakonissenkrankenhaus mit der Einführung von Patientenarmbändern im Jahr 2009 zur persönlichen Identifikation unserer Patienten.
Um unsere Fehlerkultur weiterhin auszubauen, nutzen wir seit 01.01.2014 ein interdisziplinäres Ereignis-Meldesystem („Incident Reporting System") am Diakonissenkrankenhaus, das PaSIS-System - www.pasis.de (Patienten-Sicherheits und Informations-System). Dieses System wird vom Tübinger-Patienten-Sicherheits- und Simulationszentrum – TüPASS – betrieben. Mit der Einführung von PaSIS werden zusätzlich auch die gesetzlichen Anforderungen, die das aktuelle Patientenrechtegesetz für das Jahr 2014 fordert, erfüllt.
Die Informationen aus den Fallmeldungen, die wir durch das PaSIS System erhalten, werden nach Eingang an unserer Klinik strukturiert durch die PaSIS-Beauftragten (Anästhesie, Chirurgie, Apotheke, Labor etc.) bearbeitet. Schlussendlich werden nachhaltige Umsetzungsmaßnahmen, die zur Senkung der Wiederauftrittswahrscheinlichkeit von Zwischenfällen und Erhöhung der Patientensicherheit führen, etabliert.